Mitgliederinfo Nr. 25

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Mitgliederinfo Nr. 25
Mitgliederinfo Nr. 25
der taz, die tageszeitung. Verlagsgenossenschaft eG
Jetzt auch noch
ein Bier?!
Genau! Denn Genuss und Handwerk gehören
so zusammen wie Journalismus und Unabhängigkeit. Deshalb das Bier. Deshalb die taz. Und
deshalb die Genossenschaft.
Mehr über das neue taz.panterbräu auf Seite 24
EINL ADUNG
zur Ordentlichen Generalversammlung der taz, die tageszeitung.
Verlagsgenossenschaft eG am Samstag, den 19. September 2015
2
taz Mitgliederinfo Nr. 25
Einladung
Tagesordnung
zur Generalversammlung der
taz, die tageszeitung. Verlagsgenossenschaft eG
am Samstag, den 19. September 2015 im
ab 9.00 Uhr Kaffeeverköstigung, taz.presso
ab 9.00 Uhr Einlass zur Generalversammlung, Ausgabe der Stimmzettel
10.00 Uhr
Beginn der Generalversammlung: Die taz begrüßt die neuen
und alten GenossInnen
10.15 Uhr
Bericht des Vorstands: Geschäftsbericht für das Jahr 2014,
Lagebericht 2015 sowie Perspektiven für 2016
10.45 Uhr
Bericht des Aufsichtsrats
– Aussprache
11.30 Uhr
Kaffeepause
12.00 Uhr
Rechnungslegung für das Geschäftsjahr 2014:
– Erläuterung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung
– Bericht des Aufsichtsrats über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Vorschlags zur Ergebnisverwendung
– Vortrag des Prüfungsergebnisses und Beschlussfassung
über den Prüfungsbericht des Genossenschaftsverbands e. V.
über die gesetzliche Prüfung 2015, Jahresabschluss zum
31. 12. 2014
– Feststellung des Jahresabschlusses 2014
– Beschlussfassung über den Ergebnisverwendungsvorschlag
2014
12.30 Uhr
Beschlussfassung über die Entlastung des Vorstands
12.40 Uhr
Beschlussfassung über die Entlastung des Aufsichtsrats
12.50 Uhr
Vorstellung und Wahl eines Aufsichtsratsmitglieds und
eines stellvertretenden Aufsichtsratsmitglieds
– Aussprache
14.00 Uhr
Pause mit Mittagsbuffet
14.30 Uhr
Gäste der Versammlung:
– Harald Welzer: Solidarisches Wirtschaften
– Elaine Diaz Rodriguez, Journalistin aus Kuba
14.50 Uhr
Vorstellung des neuen taz Chefredakteurs Georg Löwisch
– Aussprache
15.30 Uhr
Kaffeepause
16.00 Uhr
Speeddating mit der Redaktion: die taz und ihre Projekte
– Aussprache
17.00 Uhr
Die taz Panter Stiftung: Michael Sontheimer
17.15 Uhr
Sonstiges
17.30 Uhr
Ende der Generalversammlung
18.00 Uhr
Abendbuffet im Stadtbad Oderberger Straße
19.00 Uhr
Bus-Shuttle zum Deutschen Theater Berlin
19.45 Uhr
Einlass zur taz-Panter-Preis-Verleihung im Deutschen Theater
Berlin. Moderation: Doris Akrap und Martin Stankowski.
Musik: die irische Singer-Songwriterin Wallis Bird.
Alle GenossInnen sind mit Begleitung herzlich eingeladen.
Anmeldung mit dem beiliegenden Formular oder unter
www.taz.de/pp _ geno
Für den Vorstand: Andreas Bull und Karl-Heinz Ruch
U-Bhf. Eberswalder Str.
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Deutsches
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Stadtbad
Oderberger Straße
Verkehrsverbindungen:
U-Bahnhof Eberswalder
Straße (U2); Tram M1, 12;
ein Shuttle-Bus zur
Panter-Preis-Verleihung
wird eingerichtet
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Torstr
U2 →
Stadtbad
Oderberger Straße,
Oderberger Str. 57 – 59,
10435 Berlin
Ort der Panter-PreisVerleihung:
Deutsches Theater
Berlin, Schumannstraße 13 a, 10117 Berlin
Verkehrsverbindungen:
S- und U-Bahnhof
Friedrichstraße oder
Bus 147 Deutsches
Theater; Tram M1, 12
(Haltestelle Oranienburger Tor)
Impressum
Herausgeberin: taz, die tageszeitung.
Verlagsgenossenschaft eG
Rudi-Dutschke-Straße 23, 10969 Berlin
Telefon: (030) 25902 - 213
Fax: (030) 25902 - 516
E-Mail: [email protected]
Verantwortlich: Karl-Heinz Ruch, v. i. S. d. P.
Redaktion: Konny Gellenbeck
Produktion: Jana Renner
Layout: Michael Uszinski, Berlin
Druck: Henke Pressedruck, Berlin
Dieser Aussendung liegt die
»Gemeinwohl-Bilanz« der taz bei.
taz, die tageszeitung. Verlagsgenossenschaft eG
3
Liebe Genossinnen und Genossen,
die taz muss publizistisch schnell sein,
das verlangen Zeitung und Internet: Klopp oder
Europas Flüchtlingskatastrophe – was soll auf
den Titel? Die taz muss schnell und richtig entscheiden – Flüchtlingskatastrophe. Sie kann das.
Das hat sie wieder bewiesen.
Inhaltlich hat die taz in den vergangenen
12 Monaten Europa zu ihrem Fokus gemacht.
Mit drei Schwerpunkten: Erstens Flüchtlinge –
Europa kann nicht behaupten, dass es die Menschenrechte in Syrien oder Lybien verteidigt und
dann die Flüchtlinge, denen diese Art der Verteidigung offenkundig nicht geholfen hat, auf dem
Mittelmeer ersaufen lässt. Der Flüchtlingstitel
am Tag des Klopp-Rücktritts symbolisiert den
harten und genauen Blick der taz.
Zweitens Griechenland: Die Griechen brauchen zuerst Reformen, nicht zuerst eine Sparpolitik. Unsere Redakteurin Ulrike Herrmann hat
das auch bei »Jauch« und »Will« immer wieder
eindrücklich erklärt.
Drittens Russland: Europa muss einen
neuen Umgang mit dem russischen Nachbarn
finden, dessen Regierung Demokratie herzlich
egal ist und der in den territorialen Einflusssphären des kalten Krieges denkt. Dank Barbara Oer-
tel und ihrer Arbeit mit jungen osteuropäischen
KollegInnen, die die Panter Stiftung gefördert
hat, ist die taz hier vorn.
Damit die taz so erfolgreich in der politischen Krise sein kann, muss sie solidarisch
funktionieren. Das ist im vergangenen Jahr ganz
gut gelungen. Die taz hat auch in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld eine schwarze Null
schreiben können. An dieser Stelle danken wir
deshalb vor allem Ines Pohl, der Chefredakteurin, die die Redaktion erfolgreich sechs Jahre
geführt hat. Diese Jahre waren wirtschaftlich
erfolgreich und wir als Aufsichtsrat wissen den
herausragenden Einsatz der Chefredaktion zu
würdigen.
Auch dem Vorstand möchten wir an dieser
Stelle unseren Dank aussprechen. Denn er hat
den Wechsel des Führungsstabs in der Redaktion
professionell organisiert.
Das ist ein hoher Anspruch an Georg
Löwisch, der diese Aufgabe als Chefredakteur
jetzt übernommen hat. Deine Herausforderung,
Georg: Die taz vorne halten, wo sie vorne ist, nach
vorne bringen, wo sie es noch nicht ist, und dies
alles im Geiste der solidarischen Methode.
Wir sind zuversichtlich!
Für den Aufsichtsrat: Hermann-Josef Tenhagen
Anja Weber
Im Geiste der solidarischen Methode …
Hermann-Josef Tenhagen,
Aufsichtsrat
Inhaltsverzeichnis
Am Ende entscheidet das Bauchgefühl. Der Vorstand informiert . . . . . 4
»Jetzt verdoppele ich meine Anteile!« Ines Pohl geht in die USA . . . . . 5
Die Werkstatt der Träume. Andreas Rüttenauer und das Ideenlabor . . 6
Die taz Genossenschaft wächst stetig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
Streit als Stärke. Der neue Chefredakteur Georg Löwisch . . . . . . . . . . . 7
Haben Sie eine E-Mail-Adresse? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
Solidarische Methode. Die neue Dachkampagne der taz . . . . . . . . . . . . 9
Aus der Flasche oder vom Fass? Bericht des Geschäftsführers . . . . . . . 10
Gäste auf der Generalversammlung 2015 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
Die wandel.taz am 5. September 2015. Sonderausgabe . . . . . . . . . . . 13
Internationale Medienkooperativen. Veranstaltung in der TU Berlin 13
Zum Pariser Klimagipfel: Die tägliche wandel.taz abonnieren . . . . . . 18
Ahoi aus der Schanze! Die taz.nord Hamburg ist schon umgezogen . . 20
Unser Weg zum neuen Haus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
Bericht des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2014 . . . . . . . . . . . . . . 22
– Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
– Anhang zum Jahresabschluss der taz Genossenschaft . . . . . . . . . . . . 33
»taz.zahl ich« – Online-NutzerInnen zahlen freiwillig . . . . . . . . . . . . 22
Der weltweit erste Postwachstumsatlas . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
Das taz.panterbräu ist fertig! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
Ein Redaktionssystem für die Zukunft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
»Gedöns« ließ Herzen brennen. Das taz.lab 2015 . . . . . . . . . . . . . . . . 26
Halbe Strecke – voller Einsatz. Das Umweltmagazin zeozwei. . . . . . . . 28
Neulich im taz-Tagebuch. Der Hausblog . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
Machen Sie uns weiter Beine! Der Recherchefonds Ausland . . . . . . . . 32
Das taz-Genossenschaftsteam. Kontaktangaben . . . . . . . . . . . . . . . . 34
Aufsichtsrätinnen gesucht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36
Mit wenig Geld viel bewirken – jetzt für Kuba. Die taz Panter Stiftung 37
Spenden Sie für unsere aktuellen Projekte 2015 . . . . . . . . . . . . . . . . . 37
Projekte der taz Panter Stiftung 2015 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38
Der Panter Preis und die nominierten KandidatInnen 2015 . . . . . . . . . 39
La diaria sagt »¡Muchas gracias!« . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42
taz Reisen in die Zivilgesellschaft: Vietnam. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43
Gewinn- und Verlustrechnungen, Bilanzen . . . . 11 – 12, 14 – 17, 44 – 47
4
taz Mitgliederinfo Nr. 25
Am Ende entscheidet das Bauchgefühl
Der Vorstand zur Berufung der neuen Chefredaktion
Text auf Seite 1 der taz
vom 16. Juli 2015
»Dass ihr euch das traut«, war die spontane
Reaktion einer Kollegin, als sie den Namen des
neuen Chefredakteurs hörte. Ja, der Vorstand hat
sich getraut, nach Bascha Mika und Ines Pohl
einen Mann als alleinigen Chefredakteur der taz
zu berufen. Eine Frau an der Spitze der Redaktion
war nach fast zwei Jahrzehnten zum Markenzeichen der taz geworden und gehört für viele
MitarbeiterInnen zum Selbstverständnis des
Hauses. Dabei hat die Chefredaktion der taz seit
ihrer Einführung in den verschiedensten Konstellationen gearbeitet. Es gab u. a. eine quotierte
Doppelspitze, einen Einzelkämpfer und sogar ein
quotenfreies Team mit drei Männern. Die Versammlung, auf der wir unsere Entscheidung verkündeten, verlief entsprechend turbulent.
Auf den neuen Chefredakteur, Georg
Löwisch, freuen sich die meisten RedakteurInnen – als langjähriger tazler ist er ihnen in
guter Erinnerung geblieben. Trotzdem gab es
viele kritische Fragen: Warum ist Georg keine
Frau? Warum nicht eine Doppelspitze mit einer
Frau? Und einige KollegInnen reagierten verwundert auf die Tatsache, dass wir ihnen einfach
einen neuen Chefredakteur vorsetzen können,
ohne vorher darüber mit der Redaktion diskutiert zu haben.
Doch die taz hat aus der Vergangenheit
gelernt, dass Personalentscheidungen schwierig
bis unmöglich sind, wenn alle mitreden können.
Laut Redaktionsstatut verantwortet der Vorstand
die Abberufung oder Neueinsetzung der Chefredaktion in Absprache mit dem Redaktionsrat.
Deshalb mussten wir eine Lösung finden, nachdem uns Ines Pohl darüber informiert hatte, die
taz zu verlassen. Sie wird künftig als Korrespondentin für die Deutsche Welle aus Washington
berichten. Andreas Rüttenauer, der bis dahin
gemeinsam mit Ines Pohl in einer Doppelspitze
die Redaktion leitete, war erst im April 2014 berufen worden. Er sollte als Sportredakteur und
damit als Vertreter des hinteren Buchs die Fronten innerhalb der Redaktion befrieden. Denn
Ines Pohl galt als ehemalige Hauptstadtkorrespondentin als Frau des vorderen Buches.
Schon lange gibt es in der taz den Konflikt
»Hinteres gegen vorderes Buch.« Die VertreterIn-
nen der harten politischen Themen hadern mit
der vermeintlichen Oberflächlichkeit anderer
Ressorts wie tazzwei oder Kultur. Um ein Beispiel
zu nennen: Eine Streitfrage in der Wochenendausgabe, »Sind Schamhaare wieder sexy?«,
befand ein Kollege aus dem Auslandsressort als
absolut überflüssig. Der für die Streitfrage
zuständige Redakteur konterte, eine Zeitung
könne man nicht nur mit Konflikten im Kongo
füllen, sondern brauche beides.
Aus unserer Sicht war mit dem Weggang
von Ines Pohl die inhaltliche und personelle Voraussetzung für die komplementär gedachte Doppelspitze entfallen, daher entschieden wir uns
für eine Neuordnung der Chefredaktion.
Andreas Rüttenauer bleibt uns als Autor erhalten – und er wird eine strategisch wichtige
Zukunftswerkstatt gründen. Ob es in der Chefredaktion eine oder zwei Stellvertreterinnen
geben wird, entscheidet der Vorstand gemeinsam mit Georg Löwisch, der Mitte September
sein Amt antreten wird.
Was aber hat uns nun bewogen, den »Tabubruch« zu wagen keine Frau, sondern Georg
Löwisch zu berufen? Er besitzt journalistische
Kompetenz von Politik bis Gesellschaft, um alle
Ressorts im Blick zu haben und integrierend zu
wirken. In der taz wechselte er von der Medienseite zur Reportage in die Innenpolitik und
schließlich in die sonntaz.
Georg Löwisch ist ein guter Moderator,
und er wird aus seinen Erfahrungen außerhalb
der taz neue Impulse und Ideen mitbringen, die
wir brauchen. Die ganze Branche sucht angesichts sinkender Printauflagen nach neuen
Modellen. Wir haben mit taz.zahl ich und den
digitalen Abos starke und vielversprechende
Antworten, aber die Herausforderung bleibt.
Wir könnten noch mehr Argumente nennen, die für ihn sprechen. Aber vor allem ist da
auch ein sogenanntes gutes Bauchgefühl, das
uns sicher macht, gemeinsam mit ihm, der
Redaktion und den freien AutorInnen und FotografInnen auch in Zukunft täglich eine gute taz
zu machen.
Der Vorstand: Andreas Bull, Jörg Kohn, Isabel Lott,
Tania Martini und Karl-Heinz Ruch
taz, die tageszeitung. Verlagsgenossenschaft eG
5
»Jetzt verdoppele ich meine Anteile!«
Klaudia Wick, Chefredakteurin von 1996 bis
1999, sprach mit Ines Pohl, Chefredakteurin von
2009 bis 2015 – nicht nur über Abschiede.
Anja Weber
Wolfgang Borrs/NDR
Klaudia Wick: Wie fängst du jetzt den Tag an? Mit
der taz auf dem Berliner Balkon oder gedanklich
schon am Schreibtisch in Washington?
Ines Pohl: Mit der taz und Laptop im Hier und
Jetzt. Und du?
Mit einem Espresso aus meiner »Brasilia Lady« –
Abschiedsgeschenk der taz – aber anfangs ohne
taz. In »Verantwortung« liest man doch auch
immer mit dem Fehlersuchblick. Das wollte ich erst
mal loswerden. Hast du das nicht?
Gar nicht. Ich lese die taz jetzt mit mehr
Muße und entdecke all die vielen kleinen Juwele,
im Schnellschnell und Stressstress der letzten
Jahre hatte ich dafür oft gar keinen Blick.
Wo hast du im taz-Alltag das meiste Herzblut reingesteckt?
Ich habe die Morgensitzungen geliebt, in
denen wir die ganze Bandbreite an Argumenten
und Perspektiven gebündelt und die langfristige
Recherchen für eine Wochenendausgabe auf den
Weg gebracht haben. Und klar, die Titelkonferenz
war immer ein besonderer Spaß.
Was war dein schönster Titel?
Der lustigste: »Gott sei Dank« mit den roten
Schühchen, die mein Kollege Reiner Metzger einbrachte. Der beste: Die Todesanzeige zu den
ertrunkenen Flüchtlingen, an der wir festgehalten haben, obwohl der Fußballtrainer Jürgen
Klopp zurücktrat.
Talkshows gab es zu »unserer« Zeit noch nicht so
viele wie heute. Du warst eine großartige Vertreterin der taz. War das eher Pflicht oder Kür für dich?
Danke! Die erste Talkshow war gleich am
Sonntagabend bei »Anne Will« zum Thema
Gesundheitspolitik – puhhhhh! Als taz-Chefin
vertritt man ja immer das ganze Haus in all seiner Binnenpluralität, was eigentlich ein Widerspruch in sich ist. Dem habe ich versucht, durch
Aufrichtigkeit, Authentizität, aber auch immer
sehr gute Vorbereitung zu begegnen.
Was hast du in den sechs Jahren am meisten vermisst?
Ich habe nur eine einzige wirkliche Reportage geschrieben, über eine zehntägige Reise in
den Irak, embedded mit der Isaf natürlich. Was
hat dir am meisten gefehlt?
Tapeten. Das Büro der Chefredaktion hat ja Glas-
Ines Pohl in der Talkshow
von Anne Will am 19. September 2010
Links: Ines Pohl,
Chefredak teurin der taz
von 2009 bis 2015
6
taz Mitgliederinfo Nr. 25
wände. Was war das Wertvollste, das du in diesem
Glaskasten gelernt hast?
Dass das Projekt taz immer größer ist, als
die handelnden Personen. Ich habe erfahren, wie
wunderbar es ist, für ein Projekt zu arbeiten, das
von so vielen getragen wird. Das kannte ich bis
dato nicht. Dass man sich auch als Redakteurin
Gedanken machen kann, wie ein Verlag überlebt,
ohne die eigene Unabhängigkeit aufzugeben,
hatte ich immer von mir gewiesen. Zum Geld
verdienen war der Verleger da, basta. In einer
Genossenschaft hat man UnterstützerInnen, die
Unabhängigkeit wollen und bezahlen. Also kann
man auch mit ihnen ins Geschäft kommen. Entsprechend stolz bin ich auch auf die ökonomische Bilanz meiner sechsjährigen Amtszeit, es
waren finanziell die erfolgreichsten aufeinanderfolgenden Jahre der taz-Geschichte.
Wozu bist du nicht mehr gekommen?
Es ist schade, dass wir die Europa-Seiten
nicht mehr aufgesetzt haben. Die Perspektive
wäre wichtig für die taz. Hattest du ein Projekt,
das du gerne noch umgesetzt hättest?
Das Projekt, das mir als Chefredakteurin am wichtigsten wurde, begleitet mich bis heute und ich
freue mich, dass es dich offenbar auch begeistert:
Die taz Genossenschaft wächst, und der Idealismus
breitet sich auf wunderbare Weise in andere Projekte hin aus. Bleibst du GenossIn?
Ja, ich will Werberin für diese Idee bleiben
und habe vor, meine Anteile zu verdoppeln – auf
dann zwei :-)
Anja Weber
Die Werkstatt der Träume
Andreas Rüttenauer,
taz-Chefredakteur vom
1. April 2014 bis 15. September 2015 und Erfinder
der Zukunftswerkstatt
Was die taz jetzt bräuchte, ist … Man müsste einfach mal … Warum machen wir eigentlich nicht
schon lange … In der Redaktion machen sich viele
KollegInnen Gedanken darüber, wie die taz der
Zukunft aussehen müsste. Da träumt der eine
von einem anarchischen Blatt, von 20 leeren Seiten, die jeden Tag anders gefüllt werden könnten,
die andere ist auf der Suche nach einem tazzigen
Bewegtbildformat, und alle machen sich Gedanken darüber, wie man so etwas wie Haltung so
präsentieren kann, dass sie wahrgenommen
wird. Und wie es gehen kann, dass für all das,
was die taz präsentiert, auch Erlöse erwirtschaftet werden.
Kurz: Der Stress der täglichen Produktion
frisst die Ideen regelrecht auf.
Es braucht einen Ort, an dem die tazTräume, Wünsche und Gedanken diskutiert wer-
den können. Wo ist die Werkstatt, in der einfach
einmal etwas ausprobiert wird? Wo können die
RedakteurInnen ihre Ideen einspielen, ohne sich
gleich vor einem großen Gremium – ja, ja, die
Gremien! – verantworten zu müssen?
Dieser Ort soll nun geschaffen werden. Die
taz gründet ein Ideenlabor, eine Zukunftswerkstatt. Zu der sind nicht nur die MitarbeiterInnen
eingeladen, Alle, denen die Zukunft der taz am
Herzen liegt – natürlich auch die GenossInnen –
sind aufgerufen, ihre Ideen in die Zukunftswerkstatt einzubringen. Oder gibt es jemanden, der
sich noch nie gedacht hat: Was die taz jetzt
bräuchte, ist … ?
Andreas Rüttenauer
Die taz Genossenschaft wächst stetig
Jede Woche können wir neue Mitglieder begrüßen –
in diesem Jahr sind es bereits 840 mit Anteilen in
Höhe von 623.000 €. Die Gesamtzahl der taz-EigentümerInnen ist im August 2015 damit auf 15.221
angestiegen. Bereits 99 GenossInnen haben dieses
Jahr ihren Anteil um 82.000 € aufgestockt (Stand
vom 14. 8. 2015). Darüber freuen wir uns sehr.
Vielen Dank! Empfehlen Sie Ihren FreundInnen,
Bekannten oder KollegInnen die taz Genossenschaft
und tragen Sie so dazu bei, dass sie auch weiterhin
wächst! Die Genossenschaft sichert langfristig die
ökonomische und publizistische Unabhängigkeit der
taz. Aktuelle Informationen finden Sie unter
www.taz.de/genossenschaft
taz, die tageszeitung. Verlagsgenossenschaft eG
7
Wer verstehen will, warum ich schon 1998 zur taz
gegangen bin, dort mehr als zwölf Jahre gearbeitet habe und jetzt zurückkehre, muss sich einen
großen Tisch vorstellen. Daran sitzt eine Familie.
Vater, Mutter, vier Kinder. Es gibt Spaghetti,
danach Kirschkompott. Die Familie um den
Tisch isst. Und streitet. Sie streitet und isst.
Es sind sechs Menschen, die draußen Dinge
tun, die überhaupt nicht zusammenpassen: Auf
dem Münsterplatz gegen Pershingraketen protestieren – in der Fußgängerzone CDU-Broschüren
verteilen. In Freiburg im Trachtenverein tanzen –
in Berkeley in der Theaterkneipe singen. Gegen
die Homoehe argumentieren – eine eingetragene
Lebenspartnerschaft schließen. Im Bonner Bundestag sitzen – ein Ostberliner Haus besetzen.
Gegen den Minister demonstrieren – mit dem
Minister Skat spielen. Nicht alles passiert genau
gleichzeitig, aber alles ist in meiner Familie passiert.
Zwei Eltern, vier Kinder, und oft finden sich
Einzelne von uns auf unterschiedlichen Seiten
wieder. Damals an unserem Tisch wurde hart
gerungen. Süß das Kompott, scharf der Streit,
manchmal bitter. Und als Jüngster möchte man
ganz und gar nicht, dass gestritten wird. Aber
man hört zu. Und lernt: Unterschiede lassen sich
aushalten, wenn man jeden und jede dort ernst
nimmt, wo er oder sie steht. Denn trotz manchmal unüberwindlicher Gegensätze war mir
immer bewusst, dass hier eine wunderbare
Familie am Tisch sitzt.
Nach und nach hat sich mein eigener
Blick geformt. Er geht von unten nach oben, es
ist eine linke Perspektive. Der Zuhörer, der eine
eigene Haltung einnimmt: Das ist mein Beruf
geworden. Journalist. Und die Zeitung mit der
solidarischen Perspektive, das ist die taz. »Sie
tritt ein für die Verteidigung und Entwicklung
der Menschenrechte und artikuliert insbesondere die Stimmen, die gegenüber den Mächtigen
kein Gehör finden«, heißt es im taz-Redaktionsstatut.
Nun sitze ich wieder an einem Tisch: am
Konferenztisch der taz. Auch hier wird hart
gerungen. Aber ich mag das. Her mit dem politischen Streit! Mir ist nur wichtig, dass die Ausein-
Anja Weber
Streit als Stärke
andersetzungen nicht feindselig ausgetragen
werden. Im Gegenteil: Die Vielfalt sollten wir als
Reichtum begreifen.
Das Bild von den erschöpfenden Endlosdebatten der taz ist ein Klischee, das allerdings
manchmal sogar in der Redaktion selbst geglaubt
wird. Vielleicht muss man mal für eine Zeit die
taz verlassen und von außen auf sie schauen, um
zu erkennen: Nirgendwo wird im Spektrum links
der Mitte so präzise argumentiert und so genau
gedacht. Diese Vielfalt ist unsere Stärke.
Die Stärken der taz sind der Grund meiner
Rückkehr. Sie ist die Zeitung der Zukunft. In
den drei Jahren, in denen ich weg war, bin ich
immer wieder darauf gestoßen. Als ein Kollege
in einer Cicero-Konferenz darauf hinwies, dass
neuerdings Auslandsgeschichten gut geklickt
würden und eben die Welt nicht nur aus
Georg Löwisch, 41, wuchs
in Freiburg auf und
ging zum Studium der
Journalistik und Afrikanistik nach Leipzig. 1998
Volontariat bei der taz in
Berlin. Dann Autor der
Medienseite, Redakteur
der Reportageseite,
innenpolitischer Reporter,
Ressortleiter der sonntaz. 2012 Wechsel zum
Debattenmagazin Cicero.
2015 Rückkehr zur taz als
Chefredakteur
taz Mitgliederinfo Nr. 25
Jens Papst
8
Georg Löwisch 1996 in
Leipzig – als einer von
drei studentischen ChefredakteurInnen des Uniradios »mephisto 97,6«
Deutschland bestehe – an welche Zeitung musste
ich da wohl denken? Als das mitgliederfinanzierte Projekt »Krautreporter« in aller Munde
war, ein angeblich völlig neues Finanzierungsmodell – wieso habe ich mich da wohl gewundert? Oder als die Süddeutsche Zeitung 2014 entschied, statt in eine Sonntagszeitung in eine integrierte Ausgabe am Samstag zu investieren – auf
was war ich da wohl stolz? Auf die sonntaz, die
schon 2009 den Anfang gemacht hat, und die
taz.am wochenende, die die Strategie noch klarer
verfolgt.
taz, taz, taz – überall taz. Die taz ist die Zeitung der Zukunft – seit mehr als 30 Jahren. Und
es ist eben auch ein Zukunftsmodell, nicht
stromlinienförmig zu publizieren. Sondern
gleich mehrere Perspektiven links der Mitte zu
versammeln. Denn für immer mehr Themen
wird es in Zukunft verschiedene linke oder auch
ökologische Antworten geben. Das ist ja jetzt
schon oft so.
Wo bedarf es mehr staatlicher Regulierung,
wo der Emanzipation vom Staat? Lieber eine
Stromtrasse mehr zugunsten der Energiewende?
Oder geht das zu stark auf Kosten des Naturschutzes? Und mit welchen Mitteln muss dem IS
begegnet werden? Auch die griechische Syriza
haben Autor_innen der taz unterschiedlich analysiert und bewertet. Aber immer mit Respekt.
Dass hier im Haus niemand Lust hat auf das Ressentiment manch anderer Massenmedien,
musste nicht extra geklärt werden.
Einerseits, andererseits. Ja, heben sich die
Positionen in der taz dann nicht gegenseitig auf?
Keine Angst. Die Redaktion findet jeden Tag auf
ihrem prominentesten Platz zu einer Haltung:
auf der Seite 1. Dort steht, was wir besonders
wichtig finden – und wie wir es finden. Nicht alle
sind immer damit einverstanden. Gut so. Noch
ein Blick in unser Statut: »In der Kommentierung
finden auch Minderheitsmeinungen innerhalb
der Redaktion ihren Platz.«
Und wir brauchen die Diskussion nicht
nur in der Redaktion. Auch Positionen aus der
Genossenschaft bereichern unsere Debatte. Als
Denkanstoß für die Redaktion, aber auch in den
taz.de-Kommentarspalten und auf der Leser_
innenbriefseite der Zeitung. Denn das Gute ist ja:
Dadurch, dass wir über eine Frage streiten, schaffen wir Öffentlichkeit dafür. Je spannender die
Debatte, umso stärker machen wir ein Thema.
Die Debatten und Reibungen in der Redaktion dürfen sich deshalb ruhig noch mehr in der
Zeitung und auf taz.de zeigen: scharfkantig. Vielfältig. Selbstbewusst. In anderen Medien geben
Chefredaktionen eine politische Linie vor. Auf
ihr balancieren die Redakteur_innen dann, im
schlimmsten Fall marschieren sie. Das bin nicht
ich. Das ist nicht die taz. Und das wird sie auch
nicht werden, dafür stehe ich.
Georg Löwisch
Chefredakteur
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uns bereits Infos über Aktionen, Sonderausgaben und Veranstaltungen der taz per E-Mail. Sind Sie schon
dabei? Wenn nicht, schicken Sie uns bitte Ihre aktuelle E-Mail-Adresse an [email protected]
taz, die tageszeitung. Verlagsgenossenschaft eG
9
Solidarische Methode
Auf den ersten Blick mag es wie eine Ansammlung glücklicher Zufälle aussehen, aber in
Wahrheit hatten Partizipation und Solidarität
in der taz von Anfang an Methode: Wie ein roter
Faden durchziehen kleine Anfänge und großer
Idealismus die Erfolgsgeschichte der taz. Jahrzehnte, bevor Begriffe wie Teilhabe oder Crowdfunding die Mediendebatte bestimmten, ermöglichten 7.500 Menschen mit ihren Voraus-Abos
die Gründung einer Zeitung, die bis heute in der
Hand ihrer LeserInnen bestens aufgehoben ist.
Aus der eingeschworenen Gemeinschaft,
die 1992 die taz vor der Insolvenz retten wollte,
ist heute eine 15.000 Mitglieder umfassende
Genossenschaft erwachsen, die nach demokratischen Regeln entscheidet und mit einer Stimme
spricht, weil alle – ganz gleich, wie hoch die
jeweilige Einlage in die Genossenschaft auch
ist – ihr Votum jeweils nur mit einer Stimme
abgeben.
Viele haben an diesen roten Faden der
Solidarität schon angeknüpft: die Internetnutzer, die für einzelne Artikel von taz.de freiwillig
zahlen, aber dabei anonym bleiben wollen. Die
Spender, die der Panter Stiftung einzelne Projekte ermöglichen oder mit Zustiftungen große
Perspektiven eröffnen. Es gibt die vielen AbonnentInnen, die mit ihrem »Politischen Preis« den
Abopreis der taz für alle auf bezahlbarem Niveau
halten. Und natürlich gibt es die alten und jungen Mitarbeitenden der taz, die mit ihrem unbescheidenen publizistischen Anspruch und ihren
bescheidenen Haustarifen inzwischen Vorbild
für so manches Verlagshaus im Umbruch sind.
Bislang haben sich die einzelnen Produkte
und Projekte der taz – von der deutschen Le
Monde diplomatique, die unter dem Dach der taz
erscheint, bis zum taz Shop mit seinen fair
gehandelten Produkten – ihren LeserInnen und
Kunden mit eigenen Anzeigen, Flyern und Mailings vorgestellt. Das passte einerseits zur Pluralität des Projekts, ist anderseits aber auch eine
ziemlich kunterbunte Veranstaltung.
Künftig will die taz den roten Faden des
solidarischen Handelns stärker betonen und
mit einer sogenannten Dachkampagne das Systematische des gemeinsamen Tuns besser
herausstellen. Neben »taz.die tageszeitung« und
»taz.die Genossenschaft« wird es deshalb jetzt
auch »taz.die solidarische Methode« heißen.
Denn wir vertrauen in allem der solidarischen Methode. Das ist der rote Faden, den Sie
mit Ihrer Mitgliedschaft schon zu einem Netz
gemacht haben. Wir wollen gemeinsam weiter an
diesem Netz arbeiten, das ja nicht groß und einladend genug sein kann. Denn zu den Herausforderungen, die der gesellschaftliche Transformationsprozess in die digitale Moderne mit sich
bringt, gehört auch ein neues Verhältnis von
Gemeinsinn und Individualität. Die taz hat hier
ein vielleicht überlebenswichtiges Erfahrungswissen: die solidarische Methode. Und daran
werden wir auch in Zukunft anknüpfen.
Klaudia Wick
Barbara Dietl
Die neue Dachkampagne der taz
Klaudia Wick ist seit ihrer
Zeit in der taz-Redaktion
Genossin und hat in
diesem Sommer dabei
geholfen, die Kampagne
»taz.die solidarische
Methode« anzuschieben
Folgen Sie dem roten Faden
der »solidarischen Methode«
auch durch dieses Heft!
taz.die solidarische Methode
taz.die solidarische Methode
taz.die solidarische Methode
taz.die solidarische Methode
Das ist der rote Faden. Knüpfen Sie daran an.
Das ist der rote Faden. Knüpfen Sie daran an.
Das ist der rote Faden. Knüpfen Sie daran an.
Das ist der rote Faden. Knüpfen Sie daran an.
Wir sind die Tageszeitung, die ihren LeserInnen
gehört. 50.000 Menschen kaufen täglich die taz.
Wir sind die Genossenschaft, die Pressevielfalt
garantiert. 15.000 GenossInnen sichern die
Unabhängigkeit der taz.
Wir sind online ohne Bezahlschranke.
3.750 Menschen zahlen freiwillig für taz.de,
damit taz.de für alle kostenlos bleiben kann.
Wir sind die Stiftung, die Journalismus fördert.
2.760 SpenderInnen gaben schon Geld für ein
Projekt der Stiftung.
Mehr erfahren:
030-2590 2590 oder www.taz.de/abo
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030-25902 213 oder www.taz.de/Genossenschaft
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www.taz.de/tazzahlich
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030-25902 213 oder www.taz.de/Stiftung
10
taz Mitgliederinfo Nr. 25
Aus der Flasche oder vom Fass?
Anja Weber
Journalismus kommt heute aus den verschiedensten Gefäßen. Geschäftsführer
Karl-Heinz Ruch zieht eine aktuelle Zwischenbilanz über die taz im Strukturwandel
Karl-Heinz Ruch,
Geschäftsführer der
taz und Vorstand der
Genossenschaft
»Eine gute Zeitung ist eigentlich wie ein gutes Bier.
Du schenkst es ein und oben ist der Schaum und
das muss gut aussehen. Und dann denke ich, ja,
das ist das, was unsere Seite 1 leisten muss. Und du
blätterst weiter. Und ein gutes Bier schmeckt bis
zum letzten Schluck. Bis zur letzten Seite muss die
Zeitung den Leser faszinieren können. Oft gibt’s
Diskussionen: Was schmeckt besser? Bier vom Fass
oder vielleicht das aus der Flasche? Und dann
frage ich mich, sind das nicht die Diskussionen, die
wir über Print und Online führen? Ist das nicht die
Analogie, die es auch so schwer macht, Streits in
dieser Hinsicht zu schlichten? Ja, wenn unsere Zeitung gut geworden ist, dann sage ich, ja, heute ist
sie wie ein gutes Bier.«
(taz-Chefredakteur Andreas Rüttenauer in einem
Filmspot zur Einführung von taz.panterbräu)
Aus der Flasche oder vom Fass? Print oder Online?
Wenn es um die Zukunft des Journalismus geht,
finden derzeit zwei Themen an den Medienstammtischen besondere Aufmerksamkeit. Bei
der Suche nach Geschäftsmodellen für den digitalen Journalismus wurden im Frühjahr 2015
überraschend neue Kooperationsmodelle großer
Verlage mit Google und Facebook angekündigt.
Und in der grauen Wirklichkeit der gedruckten
Zeitungen mit den von Quartal zu Quartal
schlechteren Auflagenzahlen sorgt die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 €
zum 1. Januar 2015 bei den Verlagen für schlechte
Stimmung.
Dabei gilt dieser Mindestlohn für die Zeitungszusteller ab 1. Januar 2015 noch nicht in voller Höhe, die Umsetzung wird mit zunächst
6,38 € im Jahr 2015 und 7,22 € in 2016 über drei
Jahre gestreckt. Die Kontroversen um den Mindestlohn offenbarten, dass nicht nur die Friseur-,
Gaststätten- oder Taxibranche Niedriglohnsektoren sind, sondern dass es einen weiten Bereich
gibt, in dem deutlich weniger als der Mindestlohn gezahlt wird. Betroffen sind nicht allein die
Zeitungszusteller mit ihren Handwägelchen,
auch Arbeitnehmer in den Druckereien oder der
Logistik, die jede Nacht unterwegs sind und
dafür sorgen, dass Zeitungen auch in entlegenen
Orten morgens am Kiosk oder im Briefkasten liegen.
Die Branche erwischt die Einführung des
Mindestlohns nicht gerade zum günstigsten Zeitpunkt. Früher, als die Anzeigen noch gut liefen
und die Preise der Abonnements gering waren,
da hätte es Spielraum für bessere Löhne gegeben,
aber heute? Der Anzeigenumsatz hat sich in
wenigen Jahren halbiert, die verkauften und
gedruckten Auflagen der Zeitungen sind im
Sinkflug, und die Verkaufspreise der Zeitungen
mussten schon in den letzten Jahren stetig
erhöht werden, um diese Erlösausfälle zu kompensieren und die Unternehmensbilanzen eini-
Den Blog von Elaine
Díaz Rodríguez finden
Sie unter
https://espaciodeelaine.
wordpress.com
Die Kubanerin Elaine Díaz Rodríguez (Jahrgang 1985) ist Professorin für Kommunikationswissenschaft an der Universität Havanna. Sie hat viele junge
kubanische JournalistInnen ausgebildet; gleichzeitig betreibt die HarvardStipendiatin einen Blog und regt zur Debatte über Kuba an. Im Oktober soll
ihr unabhängiges journalistisches Internetportal unter dem Titel »Periodismo del Barrio«, also in etwa: Journalismus aus dem Kiez, starten. Ihr
Ziel: Die bislang geduldeten, aber eigentlich laut kubanischer Verfassung
gar nicht zulässige unabhängige Medienlandschaft auf eine neue Stufe stellen und einen professionellen, der Wahrheit verpflichteten Journalismus
etablieren. Sie nimmt am Kuba-Workshop der taz Panter Stiftung teil.
Privat
Gäste auf der Generalversammlung 2015
taz, die tageszeitung. Verlagsgenossenschaft eG
Gewinn- und Verlustrechnung 1. 1. 2012 – 31. 12. 2014
der taz, die tageszeitung. Verlagsgenossenschaft eG
1. Umsatzerlöse
2. Materialaufwand
a) Aufwendungen für bezogene
Leistungen
3. Abschreibungen
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und
Sachanlagen sowie auf aktivierte
Aufwendungen für die Ingangsetzung und Erweiterung des
Geschäftsbetriebs
4. Sonstige betriebliche
Aufwendungen
a) Ordentliche betriebliche
Aufwendungen
aa) Versicherungen, Beiträge, Gebühren
ab) Werbe- und Reisekosten
ac) Verschiedene betriebliche Kosten
b) Sonstige Aufwendungen
2014
2013
2012
285.762,78 €
197.227,91 €
210.441,56 €
6.207,19 €
0,00 €
0,00 €
1.850,00 €
0,00 €
0,00 €
0,00 €
– 79,55 €
– 177,34 €
12.068,05 €
270.830,52 €
246.332,92 €
0,00 €
11.795,55 €
180.894,58 €
261.503,64 €
0,00 €
10.369,39 €
186.381,93 €
212.514,35 €
52,50 €
5. Erträge aus Beteiligungen
29.327,81 €
62.322,39 €
0,00 €
6. Erträge aus Wertpapieren und
85.588,66 €
78.255,32 €
83.973,05 €
Ausleihungen
davon aus verbundenen und
nahestehenden Unternehmen
85.588,66 € (Vorjahr: 78.255,32 €)
7. Sonstige Zinsen und ähnliche
4.297,66 €
8.901,02 €
51.170,17 €
Erträge
8. Zinsen und ähnliche
30.352,34 €
0,00 €
0,00 €
Aufwendungen
9. Aufwendungen aus
0,00 €
0,00 €
19.051,72 €
Verlustübernahme
10. Ergebnis der gewöhnlichen
– 162.664,11 € – 107.407,58 € – 82.607,77 €
Geschäftstätigkeit
11. Außerordentlicher Aufwand
0,00 €
2.788,66 € 1.000.000,00 €
12. Jahresüberschuss/-fehlbetrag
– 162.664,11 € – 110.196,24 € – 1.082.607,77 €
13. Verlustvortrag aus dem Vorjahr
3.004.245,41 € 2.918.902,86 € 1.872.707,37 €
14. Bilanzverlust
Harald Welzer (Jahrgang 1958) zählt zu den wichtigsten Zeitdiagnostikern
unserer Tage. Er arbeitete wissenschaftlich zu Erinnerungsfragen, zum
Klimawandel und zu menschlichem Eigensinn. Der Sozialpsychologe ist
Mitbegründer der Stiftung »Futurzwei« und Professor für Transformationsdesign an der Europa-Universität Flensburg. Mehrfach war er Gast auf dem
taz.lab. Dieses Jahr werden wir Harald Welzer auch auf der Generalversammlung begrüßen dürfen. In seinem Vortrag »Selbst denken« referiert
er über die »solidarische Methode«.
3.166.909,52 € 3.029.099,10 € 2.955.315,14 €
Wolfgang Borrs
germaßen im Gleichgewicht zu halten, was vielen Verlagen allerdings dennoch immer weniger
gelingt.
Zeichnet man solche Entwicklungen in die
Zukunft weiter, dann kommt man schnell zu der
Frage, wie lange es denn überhaupt noch wirtschaftlich funktionieren kann mit dem aufwendigen Vertrieb gerade bei den Überregionalen
und wie lange Zeitungen überhaupt noch
gedruckt werden. So lange, wie Leser sie kaufen
und lieber auf Papier lesen wollen als am Bildschirm? Vor dem Hintergrund der Auflagenentwicklungen leiden die Zeitungsdruckereien
heute unter der Krise noch mehr als die Zeitungsverlage selbst, weil ihnen noch weniger
Handlungsspielräume bleiben, neue Erlösquellen
zu finden. Der Wettbewerb im Druckgewerbe ist
immer härter geworden und zwingt zu ständiger
Steigerung der Effektivität und Neuorganisation,
um Kosten zu sparen. Spektakulär werden solche
Veränderungen dann, wenn ganze Druckstandorte aufgegeben und Mitarbeiter entlassen werden, wie derzeit bei einem Druckzentrum in
Hannover.
Zu den Merkmalen eines Traditionsunternehmens, das die taz inzwischen ja auch geworden ist, gehört ihre Verbundenheit mit Partnern,
mit denen zum Teil schon über Jahrzehnte eine
gute Zusammenarbeit gepflegt wird. Endet dieses Verhältnis dann doch, dann ist das wie eine
Zeitenwende.
So zum Jahresende 2012, als die Frankfurter Druckerei Caro-Druck den Betrieb einstellte.
Ältere taz-LeserInnen werden sich vielleicht erinnern, dass diese Druckerei in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts noch für die Welt-
11
Die Website der Stiftung finden Sie unter
www.futurzwei.org
12
taz Mitgliederinfo Nr. 25
Bilanz zum 31. 12. 2014
der taz, die tageszeitung. Verlagsgenossenschaft eG
AKTIVA
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche
Schutz- und ähnliche Rechte und
Werte sowie Lizenzen
II. Sachanlagen
1. Geleistete Anzahlungen und
Anlagen im Bau
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen
Unternehmen
2. Sonstige Ausleihungen an
verbundene Unternehmen
3. Sonstige Ausleihungen an
nahestehende Unternehmen
2014
2013
2012
9.251,00 €
1,00 €
1,00 €
503.300,71 €
0,00 €
0,00 €
3.586.829,99 €
3.586.829,99 €
3.586.829,99 €
2.273.568,85 €
1.730.594,08 €
1.855.213,76 €
326.405,56 €
0,00 €
0,00 €
715.278,58 €
880.925,76 €
52.542,66 €
4.305.851,74 €
94.765,73 €
2.502.220,26 €
18.175.580,21 € 10.391.098,05 €
8.919.956,50 €
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände
1. Forderungen gegen verbundene
882.257,75 €
Unternehmen
2. Sonstige Vermögensgegenstände
2.862,73 €
II. Kassenbestand, Giroguthaben,
10.591.103,62 €
Finanzkonten und Schecks
PASSIVA
2014
2013
2012
A. Eigenkapital der Genossenschaft
1. Geschäftsguthaben der
14.262.060,30 € 12.794.312,35 € 11.635.978,05 €
Genossen
– davon mit Ablauf des Geschäftsjahres ausgeschiedene Genossen
74.000 € (Vorjahr 107.500 €)
– rückständig fällige Einzahlungen 31.285,86 € (63.568,36 €)
2. Bilanzverlust
– 3.166.909,52 € – 3.029.099,10 € – 2.955.315,14 €
– davon Verlustvortrag
3.004.245,41 € (2.918.902,86 €)
Buchmäßiges Eigenkapital
11.095.150,78 € 9.765.213,25 € 8.680.662,91 €
B. Rückstellungen
27.750,00 €
24.050,00 €
23.750,00 €
C. Verbindlichkeiten
1. Stille Beteiligungen
6.833.500,00 €
0,00 €
0,00 €
– davon mit einer Restlaufzeit
größer als fünf Jahre 2.711.500 €
(0,00 €)
2. Verbindlichkeiten aus Lieferun63.752,01 €
2.456,93 €
5.250,10 €
gen und Leistungen
– davon mit einer Restlaufzeit bis
zu einem Jahr 63.752,01 €
(2.456,93 €)
3. Verbindlichkeiten gegenüber
96.928,44 €
577.331,49 €
193.932,67 €
verbundenen Unternehmen
– davon mit einer Restlaufzeit bis
zu einem Jahr 96.928,44 €
(577.331,49 €)
4. Sonstige Verbindlichkeiten
58.498,98 €
22.046,38 €
16.360,82 €
– davon mit einer Restlaufzeit bis
zu einem Jahr 54.498,98 €
(22.046,38 €)
18.175.580,21 € 10.391.098,05 €
8.919.956,50 €
revolution als Organisationsbetrieb des Kommunistischen Bunds Westdeutschland (KBW) arbeitete und nach dessen Auflösung zum Kern eines
grünen Ökohaus-Projekts wurde. Der Druckbetrieb war nun leider nicht mehr als ein Ein-Generationen-Projekt. Neue Investitionen in eine veraltete und erneuerungsbedürftige Technik wurden angesichts ungewisser Zukunftserwartungen nicht mehr durchgeführt. Für die taz hatte
dieses Ende auch etwas Gutes, denn seit 2013
wird sie für das südwestdeutsche Verbreitungsgebiet in Gießen auf einer neuen modernen Zeitungsrotation, vierfarbig auf allen Seiten,
gedruckt.
Das »Berliner Format« kommt nicht mehr aus Berlin
Ein weiteres Kapitel aus der Geschichte der linken und alternativen Verlage aus den Milieus der
Studentenbewegung und ihrer Druckereien findet nun in Berlin ein ähnliches Ende. Zum
Jahresende 2014 teilte unsere Berliner Druckerei
Henke Pressedruck mit, dass auch sie zum Jahresende 2015 den Betrieb einstellen wird. Wesentliche für das wirtschaftliche Überleben notwendige Druckaufträge von Anzeigenblättern gingen
schon vor Jahren verloren. Auch in dieser Druckerei, die ihre Anfänge 1973 in der linken Buchszene in Köln hatte, wurde die taz seit mehr als
30 Jahren immer zuverlässig gedruckt. Das Zeitungsformat der taz heißt übrigens »Berliner Format« und hat in dieser Stadt eine lange Tradition.
Aber offensichtlich keine Zukunft mehr – denn
mit der Einstellung von Henke Pressedruck gibt
es nun keine leistungsfähige Berliner FormatDruckerei in Berlin mehr.
Die taz hat sich entschieden, ab 2016 den
Teil ihrer Auflage für Berlin und die östlichen
Bundesländer in Wittenburg bei Schwerin drucken zu lassen. Die Druckerei gehört zur Gruppe
Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag, ebenso
wie die Regionalzeitung Schweriner Volkszeitung,
die dort gedruckt wird. Auch der dritte Druckstandort der taz in Pinneberg ist Teil dieser Zeitungsgruppe. Hier wird seit 1985 die taz-Auflage
für Hamburg, Bremen und Nordwestdeutschland
gedruckt.
Lange Tradition – ungewisse Zukunft, so
stellt sich die Lage der Zeitungen heute dar.
»Die Marktbedingungen für Zeitungen haben
sich grundlegend geändert«, erklärt der Bund
Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) bei seiner
jährlichen Pressekonferenz im Juli 2015. Die Relevanz der Zeitung sei höher denn je, doch das
taz, die tageszeitung. Verlagsgenossenschaft eG
Geschäftsmodell müsse weiterentwickelt werden. Die Frage nach der langfristigen Refinanzierung von Qualitätsjournalismus im digitalen
Zeitalter sei eine der großen Herausforderungen,
denen sich die Zeitungsbranche stelle. Die mittelständische Zeitungsbranche stehe – gefesselt
durch Wettbewerbs-, Datenschutz- und Medienvielfaltsregelungen – den globalen Internetgiganten gegenüber, die in weiten Teilen uneingeschränkt in unseren Märkten agieren könnten.
Die Forderungen der Branche an die Politik, den Verlagen zu helfen und die gesetzlichen
Rahmenbedingungen zu verbessern, sind altbekannt. Neu ist, dass große Verlage, darunter die
bekanntesten europäischen Zeitungshäuser, nun
in Kooperationen mit den globalen Giganten
Google und Facebook eingestiegen sind, um den
Anschluss bei den Entwicklungen in den Wachstumsmärkten der Digitalgeschäfte nicht gänzlich
zu verpassen.
»Instant Articles« für die sozialen Medien
Das Netzwerk Facebook hat eine neue Funktion
»Instant Articles« eingeführt, die es Verlagen
ermöglicht, ihre Artikel und Videos in voller
Länge den Facebook-Nutzern anzuzeigen. Zu den
ersten Redaktionen, die mit Facebook zusammenarbeiten, gehören neben dem Guardian und
der New York Times aus Deutschland Bild und
Spiegel. Wirtschaftlicher Hintergrund dieses Projekts ist die Beteiligung der Verlage an den auf
Facebook im Umfeld der Artikel geschalteten
Werbeanzeigen. Publizistisch gibt es manche
Kritik an dieser Zusammenarbeit, weil den Usern
noch mehr Grund gegeben wird, Facebook gar
nicht mehr zu verlassen, und die Verlage die
Kontrolle über ihre Inhalte aufgeben und sogar
hinnehmen, dass Facebook Inhalte löscht, wenn
sie gegen Richtlinien zur Veröffentlichung bei
Facebook verstoßen.
Eine andere Initiative wurde von Google
gestartet. Der Netzgigant investiert 150 Millionen
Euro und will gemeinsam mit europäischen Verlagen an der Zukunft des digitalen Journalismus
arbeiten. Acht Verlage haben gemeinsam mit
Google diese »Digital News Initiative« gegründet,
aus Deutschland sind die FAZ und die Zeit als
Startpartner dabei, aber die Initiative ist auch für
weitere Verlage offen.
Sicher gibt es Themen, bei denen die
Medienbranche von einem Austausch mit Google
profitieren kann. Es stellt sich allerdings die
Frage, ob in einem so umfassenden Projekt nicht
Sonderausgabe:
wandel.taz am 5. September 2015
Freundliche Übernahme der taz durch
eine Allianz der Alternativen
»Genug über Krisen! Wir haben eine gute Nachricht: Es gibt sie, die
Ideen zu einem enkeltauglichen und guten Leben.« Mit dieser
Ermunterung ruft »Solikon 2015« zur Teilnahme an einer »Wandelwoche« auf. »Wir können auch anders« heißt das Motto eines
»Internationalen Kongresses zur Solidarischen Ökonomie«, der
vom 5. bis 13. September in Berlin und Brandenburg stattfindet. In
der Wandelwoche werden Geschichten des Gelingens und des ökosozialen Wirtschaftens jenseits von Ausbeutung, Wachstums- und
Verwertungszwang vorgestellt.
Kongressteilnehmende und Interessierte können Betriebe
und Projekte des solidarischen Wirtschaftens in Berlin und Brandenburg besuchen. In Veranstaltungen und Workshops werden
Initiativen vorgestellt, Debatten initiiert, theoretische und strategische Überlegungen angestellt.
Die taz, als Genossenschaft selbst Teil dieser Bewegung, will
den »Geschichten des Gelingens« ein Forum bieten und hat deshalb
Aktivistinnen der sozialen Ökonomie eingeladen, die taz.am
wochenende vom 5. September zum Thema »Die große Transformation« zu gestalten.
Gemeinsam und ohne Einfluss der Redaktion werden sie die
taz planen und gestalten. Sie können ihre Vorstellungen und Projekte ausführlich präsentieren, werden diskutieren, was sie gemeinsam haben, aufzeigen, was sie trennt, fragen, wie man aus all diesen Impulsen eine gemeinsame Kraft zur ökosozialen Transformation der Gesellschaft entwickeln kann.
Freuen Sie sich schon jetzt auf die Ausgabe vom 5. September.
Ute Scheub und Annette Jensen
Diese ganz besondere Ausgabe vom 5. September 2015 können
Sie als »Abo für einen Tag« zum regulären Preis von 3,20 Euro
bestellen. Hier geht es zum Bestellformular: www.taz.de/wandel
Veranstaltung
Vorstellung von Medienkooperativen und Initiativen aus
– Uruguay: La diaria, mit Marcelo Pereira (siehe dazu auch S. 42)
– Türkei: Birgün
– Kuba: Periodismo del Barrio, mit Elaine Díaz Rodríguez (siehe S. 10)
– Deutschland: taz, mit Konny Gellenbeck
Moderation: Ines Pohl
Ort: Technische Universität Berlin
Zeit: am 13. 9. 2015 um 9.30 Uhr
Mehr Informationen auf www.solikon2015.org/de
14
taz Mitgliederinfo Nr. 25
Gewinn- und Verlustrechnung 1. 1. 2012 – 31. 12. 2014
der taz Entwicklungs GmbH & Co. Medien KG
2014
1. Umsatzerlöse
2. Sonstige betriebliche Erträge
a) Ertrag aus der Herabsetzung der
Pauschalwertberichtigung zu
Forderungen
b) Sonstige Erträge im Rahmen der
gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
3. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und
Betriebsstoffe und für bezogene
Waren
b) Aufwendungen für bezogene
Leistungen
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter
b) Soziale Abgaben und
Aufwendungen
– davon für Altersvorsorge
32.796,84 € (Vorjahr:
30.773,28 €)
5. Abschreibungen
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen
sowie auf aktivierte Aufwendungen für die Ingangsetzung und
Erweiterung des Geschäftsbetriebs
8. Jahresüberschuss/-fehlbetrag
2012
2.236,95 €
0,00 €
5.949,15 €
0,00 €
283,38 €
64,40 €
2.236,95 €
5.949,15 €
218,98 €
486.917,05 €
569.005,78 €
726.334,93 €
912.713,83 €
876.745,74 €
851.149,46 €
1.258.566,86 € 1.215.722,90 € 1.163.705,31 €
304.709,59 €
278.639,52 € 294.871,52 €
132.082,13 €
100.542,55 €
135.968,31 €
132.814,78 €
3.148,96 €
132.113,68 €
2.862,15 €
15.521,97 €
12.448,04 €
296,75 €
277.728,23 €
3.201,76 €
69.977,10 €
0,00 €
1.998,00 €
413.572,20 €
3.996,68 €
70.090,36 €
0,00 €
361,66 €
7.815,84 €
35.745,16 €
39.092,69 €
42.237,79 €
– 26.109,36 €
27.244,03 €
36.900,11 €
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen
a) Ordentliche betriebliche
Aufwendungen
aa) Raumkosten
151.387,41 €
ab) Versicherungen, Beiträge,
3.170,99 €
Abgaben
ac) Reparaturen und
43.286,77 €
Instandhaltungen
ad) Fahrzeugkosten
1.168,35 €
ae) Werbe- und Reisekosten
351.417,11 €
af) Kosten der Warenabgabe
783,60 €
ag) Verschiedene betriebliche Kosten
68.335,03 €
b) Verluste aus dem Abgang von
0,00 €
Anlagevermögen
c) Verluste aus Wertminderungen/
5.263,81 €
Pauschalwertberichtigung
7. Zinsen und ähnliche
Aufwendungen
– davon an verbundene Unternehmen 19.821,66 € (23.144,19 €)
2013
3.727.201,38 € 3.604.095,27 € 3.895.781,00 €
Abhängigkeiten geschaffen werden, die auch auf
die journalistische Arbeit Einfluss nehmen.
Die Strategien von Google und Facebook
(aber auch von anderen Internetgiganten wie
Apple und Amazon) mögen unterschiedlich sein,
das Ziel ist aber immer, die Nutzer möglichst
lange auf den eigenen Angeboten zu halten. Die
digitale Mediennutzung wird immer mobiler
und damit auch die Abhängigkeiten der Nutzer
von denen, die die Marktplätze und Programme
(Apps) beherrschen. Noch prägen Journalisten
und Verlage die Marken ihrer Medien, die oft aus
der Tradition der Zeitungen kommen. Das wird
aber nicht so bleiben, wenn sich am Ende die
Internetpublizistik auf wenige große Marken wie
Google, Apple, Facebook oder Amazon konzentriert.
Die eigentliche Intention der teilnehmenden Verlage an solchen Projekten mit Google
oder Facebook wird es sein, endlich einen Weg
aufzuzeigen, wie in der digitalen Medienwirtschaft mit Werbung wieder das Geld verdient
werden kann, das bei den gedruckten Zeitungen
mit Anzeigen nicht mehr verdient wird. Diese
Intention ist verständlich, denn Journalismus ist
aufwendig und teuer und die Hoffnung, dass
über Bezahlangebote im Netz die Leser allein für
die Kosten aufkommen werden, nicht weit verbreitet. Die Fragen, wie Qualitätsjournalismus in
Zukunft finanziert werden soll, wenn die alten
Geschäftsmodelle nicht mehr funktionieren und
neue nicht in Sicht sind, werden mit jedem Jahr,
in dem die Verlage unter dieser Krise leiden, quälender werden.
Die taz wird sich weder an dem Googlenoch an dem Facebookprojekt beteiligen, weil
wir die Unabhängigkeit der taz in Gefahr sehen,
wenn wir uns in noch größere Abhängigkeit von
den das Internet beherrschenden Unternehmen
begeben, als es ohnehin schon unvermeidbar ist.
In der taz ist die Haltung zu solchen Fragen
schon aus Tradition anders. Sie wurde einmal als
alternatives Projekt von jungen Menschen
gegründet, die eine ganz andere Vorstellung von
Journalismus hatten, als er in den damaligen
Tageszeitungen zu Hause war, gegen etablierte
Verhältnisse, für gesellschaftliche Veränderungen. Von ihren Leserinnen und Lesern wurde dieses Versprechen eines wirklich unabhängigen
Journalismus immer wieder mit großem Engagement unterstützt.
Würde man auf die Idee kommen, heute
eine taz zu gründen, dann wäre das wahrschein-
taz, die tageszeitung. Verlagsgenossenschaft eG
lich ein Crowdfunding-Projekt im Internet, wie
es gerade in Mode ist. Der Beginn der taz im Jahr
1979 war ja nicht viel anders, es wurden Vorausabonnements für eine Zeitung gesammelt, die es
zu dem Zeitpunkt nur als Idee gab.
Unter dem Schirm der Genossenschaft
Alles lange her, die taz ist längst kein Crowdfunding-Projekt mehr, sie hat sich weiterentwickelt.
Mit der Wandlung zur Genossenschaft hat sich
das Projekt taz vor 25 Jahren gegenüber seinen
LeserInnen geöffnet und Kontrolle von außen
zugelassen, den Mitarbeitenden aber weiter
einen wesentlichen Einfluss auf Unternehmensentwicklungen belassen. Die taz Genossenschaft
hat sich in der Dialektik von Problemen und
deren Lösungen entwickelt. Verantwortungsund Entscheidungsstrukturen der taz Genossenschaft gingen hervor aus der Auseinandersetzung mit dem einst selbstverwalteten Mitarbeiterprojekt und seinen Stärken und Schwächen.
Die besondere Konstruktion der taz Genossenschaft, mit der Verbindung von Mitarbeitenden
und LeserInnen, ProduzentInnen und KonsumentInnen in einer gemeinsamen Produktionsund Konsumgenossenschaft, ist in der deutschen
Medienlandschaft einzigartig. Gerade vor den
Herausforderungen, vor denen auch die taz in
Zeiten des Internets steht, kann sich die Genossenschaft als Unternehmensmodell nun besonders vorteilhaft erweisen, weil die UnterstützerInnen nicht mehr nur LeserInnen, NutzerInnen
oder eben Crowd sind, sondern gleichzeitig auch
TeilhaberInnen des Unternehmens und einer
modernen, lebendigen Genossenschaftskultur.
Der Schirm der taz Genossenschaft ist
inzwischen weit aufgespannt. Unter ihm finden
Publikationen wie Le Monde diplomatique und
zeozwei oder die gemeinnützige taz Panter Stiftung, die sich vor allem für den Journalistennachwuchs engagiert, ebenso Platz wie der taz
Shop, der ein nachhaltig faires Profil pflegt. Die
taz bietet Raum für gesellschaftliche und politische Debatten, nicht nur in der Zeitung oder im
Netz, sondern mehrmals in der Woche im taz
Café in der Rudi-Dutschke Straße und einmal im
Jahr beim großen taz.lab-Kongress.
Die Strategie der taz ist die solidarische Methode
Für den Biergenießer mag es eine Stil- und
Geschmacksfrage sein, ob er Bier aus der Flasche
oder vom Fass bevorzugt. Für die LeserInnen ist
es meist eine Generationenfrage, ob sie einen
15
Bilanz zum 31. 12. 2014
der taz Entwicklungs GmbH & Co. Medien KG
AKTIVA
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzund ähnliche Rechte und Werte sowie
Lizenzen
2. Geschäfts- oder Firmenwert
II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebsausstattung
III. Finanzanlagen
1. Sonstige Ausleihungen
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Fertige Erzeugnisse und Waren
II. Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen
2. Forderungen gegen Unternehmen,
mit denen ein Beteiligungsverhältnis
besteht
3. Sonstige Vermögensgegenstände
– davon mit einer Restlaufzeit von
mehr als einem Jahr 9.866,32 € (Vorjahr 9.866,32 €)
III. Kassenbestand, Giroguthaben,
Finanzkonten und Schecks
C. Rechnungsabgrenzungsposten
I. Sonstige
2014
2013
2012
77.165,00 €
149.216,00 €
123.172,00 €
150.490,00 €
192.574,00 €
234.658,00 €
54.525,00 €
57.211,00 €
72.408,00 €
16.000,00 €
10.500,00 €
10.500,00 €
86.314,46 €
99.956,32 €
127.177,84 €
144.951,27 €
133.704,95 €
189.266,48 €
608.012,71 €
780.822,66 € 1.229.149,12 €
29.591,28 €
56.160,29 €
13.878,50 €
133.231,82 €
81.049,14 €
38.620,64 €
24.576,50 €
11.029,64 €
24.175,50 €
1.324.858,04 € 1.572.224,00 € 2.063.006,08 €
PASSIVA
A.
1.
2.
B.
1.
C.
1.
Eigenkapital der Gesellschaft
Kapitalanteile Kommanditisten
Jahresüberschuss
Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
2. Verbindlichkeiten gegenüber
Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht
– davon mit einer Restlaufzeit bis zu
einem Jahr 173.459,82 €
(355.702,99 €)
3. Verbindlichkeiten gegenüber
Gesellschaftern
4. Sonstige Verbindlichkeiten
– davon aus Steuern 9.947,83 €
(10.044,55 €)
– davon im Rahmen der sozialen
Sicherheit 2.870,83 € (904,28 €)
– davon mit einer Restlaufzeit bis zu
einem Jahr 89.399,63 €
(81.623,56 €)
2014
2013
2012
582.844,19 €
– 26.109,36 €
556.630,80 €
27.244,03 €
556.630,80 €
36.900,11 €
17.880,00 €
17.080,00 €
15.780,00 €
13.259,09 €
21.130,45 €
28.304,34 €
386.913,12 €
542.109,60 €
959.176,07 €
0,00 €
0,00 €
4.770,41 €
350.071,00 €
408.029,12 €
498.344,46 €
1.324.858,04 € 1.572.224,00 € 2.063.006,08 €
16
taz Mitgliederinfo Nr. 25
Zusammengeführte Gewinn- und Verlustrechnung
der taz-Gesellschaften, 1. 1. 2012 – 31. 12. 2014
Umsatzerlöse
davon
Anzeigen
Vertrieb
Sonstige
Abonnement taz
Einzelverkauf taz
Vertriebserlöse LMd und zeozwei
Abonnement taz digital
Handelswaren taz Shop
tazpresso Café
Digi-Datenbanken taz
Erlöse LMd-Atlas und -Editionen
Sonstige
Sonstige betriebliche Erträge
davon
Investitionszulagen
Erlöse Sonderposten
Erlöse aus Anlageverkäufen
Versicherungsentschädigungen
Sonstige
2014
2013
2012
26.065.099 €
2.285.337 €
18.319.073 €
1.845.406 €
605.793 €
794.948 €
835.537 €
339.132 €
316.242 €
311.850 €
411.782 €
26.526.447 €
2.450.764 €
18.230.933 €
2.023.185 €
542.756 €
640.268 €
889.496 €
316.202 €
310.027 €
560.911 €
561.905 €
25.883.027 €
2.503.635 €
17.918.438 €
1.960.992 €
437.428 €
482.476 €
809.747 €
304.771 €
283.932 €
702.103 €
479.504 €
161.719 €
0€
44.491 €
8.502 €
5.239 €
103.486 €
210.037 €
9.476 €
44.548 €
7.508 €
3.361 €
145.143 €
208.077 €
33.315 €
44.555 €
6.522 €
340 €
123.345 €
174.755 €
581.525 €
29.464 €
164.075 €
730.430 €
32.345 €
162.797 €
600.626 €
30.242 €
Materialaufwand
Handelswaren taz Café
Handelswaren taz Shop
Materialaufwand
Fremdleistungen
Druck
Verlag (kontext, zeozwei)
Redaktion
Sonstige
3.418.810 €
176.599 €
2.716.785 €
176.622 €
3.682.789 €
189.031 €
2.712.196 €
366.980 €
3.976.933 €
138.480 €
2.831.160 €
273.617 €
Personalaufwand
Löhne und Gehalter
Sozialabgaben
7.397.411 €
1.771.140 €
6.996.551 €
1.680.512 €
6.870.405 €
1.683.924 €
626.358 €
671.643 €
686.758 €
569.936 €
71.104 €
107.699 €
1.546.078 €
259.262 €
75.738 €
3.044.454 €
1.048.935 €
1.146.182 €
255.376 €
108.987 €
101.858 €
33.927 €
90.528 €
88.847 €
587.132 €
81.577 €
115.284 €
1.722.658 €
205.174 €
99.131 €
3.176.589 €
1.110.672 €
1.134.186 €
311.899 €
90.625 €
101.736 €
30.705 €
103.494 €
76.734 €
621.047 €
80.808 €
198.992 €
1.742.512 €
228.082 €
101.885 €
3.286.684 €
1.147.425 €
928.949 €
305.065 €
105.002 €
113.022 €
38.989 €
103.292 €
74.372 €
159.390 €
15.110 €
53.924 €
263.418 €
148.317 €
13.041 €
42.627 €
225.817 €
52.475 €
12.659 €
51.003 €
200.276 €
5.440 €
130.529 €
0€
3.647 €
– 16.841 €
12.808 €
111.737 €
62.969 €
2.789 €
38.778 €
70.917 €
120.391 €
0€
0€
10.916 €
4.702 €
55.009 €
– 616.766 €
Abschreibungen
Sonstige betriebliche
Aufwendungen
Raumkosten
Versicherungen
Reparaturen/Instandhaltung
Werbekosten
Reisekosten
Verkaufsprovisionen
Trägerdienste
Postzeitungsdienst
Speditionen
Ausgangsfrachten
Porti
Fernmeldekosten
Bürobedarf
Zeitungen, Zeitschriften
Steuerberatungs-, Wirtschaftsprüfungs- und Abschlusskosten
Beratungs- und Gerichtskosten
Fahrzeugkosten
Forderungsverluste
Sonstige
Zinserträge
Zinsaufwand
Außerordentlicher Ertrag
Außerordentlicher Aufwand
Steuern
Jahresergebnis
taz, die tageszeitung. Verlagsgenossenschaft eG
taz-Beitrag in der Papierzeitung, im E-Paper oder
im Internet auf einem Smartphone, Tablet oder
Desktop lesen, wobei die Vorstellung, dass die
Älteren am Papier und die Jüngeren am Bildschirm hängen, heute längst zu korrigieren ist.
Das Angebot der taz an ihre LeserInnen ist es,
dass jedeR nach Geschmack die taz so einfach
wie möglich und in der Form, wie es gefällt, lesen
können muss, immer verbunden mit der selbstverständlichen Aufforderung – dass der Journalismus der taz zwar frei, aber nicht kostenlos ist
und natürlich bezahlt werden muss.
Derzeit unterstützen 57.000 Menschen mit
einem regelmäßigen Abo die taz. 35.000 Abonnenten bekommen die gedruckte Ausgabe täglich in den Briefkasten und zahlen dafür monatlich zwischen 25,90 Euro (ermäßigter Preis) und
54,90 Euro (politischer Preis), am Wochenende
kommen 11.000 Wochenendabonnenten dazu,
sie zahlen monatlich 15,90 Euro. Die digitale Zeitung, das E-Paper für 12,95 Euro im Monat, findet
bei 7.000 Abonnenten Zuspruch. Unser jüngstes
Angebot, das freiwillige taz.zahl-ich-Abo für
17
LeserInnen, die taz auf taz.de bevorzugen, wird
von inzwischen 4.700 Nutzern mit monatlich
5 Euro unterstützt.
Jeder dieser vier Wege, taz-Journalismus zu
abonnieren, hat seine eigenen Vorzüge, auch die
Kombination von Angeboten ist möglich und
sinnvoll. Unsere Aufgabe wird es sein, die Entwicklung der Angebote in den nächsten Jahren
zu pflegen und so zu steuern, dass auch beim
absehbaren Trend zur vermehrten digitalen
Mediennutzung die taz immer wirtschaftlich
bleibt. Wobei Prognosen über die Veränderungen
der Mediennutzung und vor allem auch der
Bereitschaft, für die Nutzung von Medien zu zahlen, heute nur sehr vage sein können. Auf der
Suche nach tragfähigen Geschäftsmodellen für
Onlinejournalismus hat die taz gegenüber den
meisten anderen Zeitungen den Vorteil eines
starken eigenständigen redaktionellen Profils
für eine gesellschaftlich und politisch motivierte
Zielgruppe, solidarisch und offen für Experimente und Veränderungen.
In welchen Anteilen Erlöse aus den unter-
Zusammengeführte Bilanz
der taz-Gesellschaften zum 31. 12. 2013
AKTIVA
A. Ausstehende Einlagen
B. Anlagevermögen
Geschäfts- und Firmenwert
Grundstücke
Maschinen
Betriebsausstattung
Software
Beteiligungen
2014
2013
2012
1.917 €
1.917 €
1.917 €
150.490 €
192.574 €
234.658 €
6.591.943 € 5.964.300 € 6.145.845 €
329.452 €
451.868 €
624.869 €
595.024 €
697.319 €
821.526 €
1.047.272 €
61.482 €
59.469 €
90.536 €
63.426 €
63.423 €
C. Umlaufvermögen
Vorräte und unfertige
388.713 €
Erzeugnisse
Forderungen aus
1.539.769 €
Lieferungen und Leistungen
Finanzkonten
13.387.302 €
Sonstige Forderungen
221.445 €
Rechnungsabgrenzung
79.870 €
390.798 €
PASSIVA
2014
2013
2012
A. Eigenkapital der
17.510.619 € 16.055.540 € 14.897.973 €
taz-Gruppe
Genossenschaftskapital
14.262.060 € 12.794.312 € 11.635.978 €
E-KG Kommanditkapital
2.907.500 € 2.912.500 € 2.912.500 €
Neue KG Kommanditkapital
340.008 €
347.677 €
348.444 €
GmbH Stammkapital
1.050 €
1.050 €
1.050 €
Bilanzverlust
8.773.364 € 8.837.267 € 8.931.865 €
Buchmäßiges Eigenkapital
8.737.255 €
7.218.273 €
5.966.108 €
B. Sonderabschreibung BlnFG
781.878 €
826.369 €
870.917 €
C. Rückstellungen
412.679 €
488.487 €
509.856 €
6.833.500 €
0€
0€
19.120 €
359.378 €
449.524 €
4.203.172 €
1.163.725 €
3.843.175 €
867.814 €
3.868.736 €
1.040.031 €
192.826 €
1.630.655 €
193.337 €
1.638.324 €
192.898 €
1.639.091 €
448.925 €
479.367 €
558.903 €
327.027 €
1.752.602 € 1.844.339 €
6.027.230 € 4.644.355 €
265.187 €
272.056 €
45.821 €
56.580 €
24.423.733 € 15.914.524 € 15.096.065 €
Darstellungsform: Mit Ausweis aller Bestandteile des Kapitals. Der
Konsolidierungskreis besteht ab dem Jahr 2003 aus den Gesellschaften
taz, die tageszeitung. Verlagsgenossenschaft eG (Holding); TAZ Verlagsund Vertriebs GmbH (Redaktion und Verlag); Contrapress Media GmbH
(Werbung); Contrapress Satz und Druck GmbH & Co. Neue KG (Produktion); taz Treuhand- und Verwaltungs GmbH; taz Entwicklungs GmbH;
taz Entwicklungs GmbH & Co. Medien KG. Konsolidierungsgrundlage
sind die jeweiligen Handelsbilanzen.
D. Verbindlichkeiten
Nachrangkapital
Stille Gesellschaft
Verbindlichkeiten an
Kreditinstitute
Erhaltene Anzahlungen
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
Typisch stille Beteiligungen
Langfristige Verbindlichkeiten
Sonstige Verbindlichkeiten
24.423.733 € 15.914.524 € 15.096.065 €
18
taz Mitgliederinfo Nr. 25
schiedlichen Quellen zur Finanzierung von Journalismus in zehn Jahren beitragen, kann heute
niemand sagen. Derzeit beruht die Hoffnung vieler Verlage auf der digitalen Ausgabe der Zeitung,
dem sogenannten E-Paper. Auf Dauer sind diese
Ausgaben wesentlich kostengünstiger als die
gedruckten Zeitungen, können also auch zu niedrigeren Preisen angeboten werden, weil der
gesamte Druck- und Vertriebsaufwand wegfällt.
Nach einem Jahrzehnt bleibt von den Diskussionen über Online-Geschäftsmodelle nicht
mehr in Erinnerung als die Behauptung von
Hubert Burda in seiner berühmten Rede auf dem
DLD-Kongress, dass Verlage im Internet nur
»lousy, lousy Pennies« verdienen und dass diese
Pennies heute hauptsächlich mit nichtjournalistischen Produkten wie dem oft zitierten Tierfutter verdient werden. Mit ihrem Modell des freiwilligen Zahlens »taz.zahl ich« geht die taz wie so
oft einen eigenständigen Weg.
Die gedruckte Zeitung wird mehr und
mehr zum Luxusartikel. Auch hier hat die taz
einen beispielhaften Weg gefunden. Der taz-Solidarpakt funktioniert seit 1993 und soll mit seinen drei frei wählbaren Preisen zwischen
25,90 €, 43,90 € und 54,90 € zumindest für einen
gewissen Ausgleich zwischen den wirtschaftlich
unterschiedlich gestellten AbonnentInnen sorgen. Den taz-Solidarpakt haben wir erfunden, als
die taz damals wegen ihrer fehlenden Anzeigenerlöse noch die teuerste Abozeitung am Markt
war. Auch das hat sich geändert. Ein überregionales Abo der gedruckten Süddeutschen Zeitung
kostet aktuell im Monat 57,40 € und damit noch
mehr als die taz zum Politischen Preis.
Die Geschäftsentwicklung der taz-Gruppe im Jahr 2014
Tageszeitungsmarkt
Die Lage auf dem Markt deutscher Tageszeitungen bleibt anhaltend geprägt von dem starken
Rückgang der gedruckten Auflagen, der durch
wachsende digitale Auflagen (E-Paper) nicht
kompensiert werden kann. Die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von
Werbeträgern e. V. (IVW) weist zum IV. Quartal
2014 eine verkaufte Auflage deutscher Tageszeitungen von 19.103.950 Exemplaren aus, davon
634.372 E-Paper (Anteil ca. 3,3 %). Die Tagespresse
verliert damit gegenüber dem Vorjahresquartal
(20.102.065 Exemplare) knapp 5 Prozent Auflage.
Der Anteil der E-Paper an diesen Auflagen ist in
diesen Zeitraum von 458.854 um 175.518 Exemplare ( 38,25 %) gestiegen.
Die taz im Vergleich
Die taz konnte sich dem negativen Auflagentrend des Jahres 2014 nicht entziehen. Die verkaufte Auflage der taz laut IVW verringerte sich
im Quartalsvergleich von 58.121 im IV. Quartal
2013 auf 53.812 Exemplare im IV. Quartal 2014 um
7,41 %. Der Anteil der E-Paper-Auflage liegt bei
der taz im IV. Quartal 2014 bei 21 % (11.348 Exemplare).
Die Auflagenentwicklung stellt sich für
einzelne Vertriebswege (IVW) unterschiedlich
dar. Die Abonnementsauflage reduzierte sich um
7,2 % von 45.575 auf 42.293, die Einzelverkaufsauflage um 8,1 % von 3.830 auf 3.520 und die sonstigen Verkäufe um 8,2 % von 8.716 auf 7.999.
Zum Pariser Klimagipfel: die tägliche wandel.taz – jetzt abonnieren
Vom 28. November bis 12. Dezember 2015 findet
in der französischen Hauptstadt die UN-Klimakonferenz statt – und die taz wird während dieser gut zwei Wochen täglich über das Mammuttreffen berichten. Überschrift der Tag für Tag
vier Sonderseiten: »Wandel ist möglich – wo und
durch wen ist er machbar?« Ein Redaktionsteam
der taz wird vom Konferenzgeschehen berichten.
Unter der Leitung von Ingo Arzt aus dem taz-Ressort Ökologie und Wirtschaft wird berichtet: Wo
in aller Welt geht es in Sachen Klimakatastrophe
schon ums Ganze – und wer sind die Akteure, die
sie noch aufhalten können und wollen? Die tägliche wandel.taz – auf Papier, als E-Paper und unter
www.taz.de
Die taz als solidarisch organisierte Genossenschaft
ist das natürliche Medium in Print und Online für
Menschen, die die solidarische Ökonomie ausprobieren und deren Anteil an der Volkswirtschaft
vergrößern wollen, für alle, die ökonomisches
Wachstum nicht als das Allheilmittel für die
taz, die tageszeitung. Verlagsgenossenschaft eG
Zukunft betrachten, für diejenigen, die sich um
den Klimawandel sorgen und für Klimagerechtigkeit kämpfen.
Aus diesem Grunde gibt es das ganz besondere taz-Abo »Solidarisches Lesen bis zum Jahresende«: Von der »taz zum Wandel« am 5. September bis zu den täglich vier Sonderseiten zum
Klimagipfel in Paris in der Zeit vom 28. November
bis 12. Dezember verpassen Sie keine taz und sind
immer informiert – über die Lage der Welt und
über die solidarische Methode der taz.
60.000
55.000
53.354
50.000
48.755
45.000
40.000
38.036
36.285
35.000
30.901
201101
201114
201127
201140
201201
201214
201227
201240
201301
201314
201327
201340
201401
201414
201427
201440
201501
201514
201527
201540
pro Kalenderwoche
201027
201040
30.000
201014
Umsatzerlöse
Unsere Umsatzerlöse reduzierten sich von
26.526 T€ auf 26.065 T€ um 1,7 %.
Der überwiegende Umsatz wird durch den
Zeitungsverkauf der gedruckten und digitalen
taz erzielt. Der Umsatz mit Print-Abonnements
erhöht sich auf 18.319 T€ (Vorjahr: 18.230 T€) und
beinhaltet Anteile für Online-Kombi-Abos von
233 T€ und Wochenendabos von 2.240 T€. Zusätzlich werden mit dem E-Paper-Abo 794 T€ (Vorjahr
640 T€) erlöst.
Der Einzelverkaufsumsatz (Print) vermindert sich in 2014 auf 1.845 T€ (Vorjahr: 1.960 T€),
zusätzlich werden für den digitalen Einzelverkauf des E-Papers 19 T€ (Vorjahr 28 T€) erlöst.
Der Anzeigenumsatz der Gruppe beläuft
sich mit 2.285 T€ (Vorjahr: 2.450 T€) auf 8,7 % des
Gesamtumsatzes. Hierin enthalten ist ein Anteil
von Online-Anzeigen von 191 T€ (Vorjahr: 223 T€).
Weitere Erlöse werden aus dem digitalen
Angebot der taz in fremden Datenbanken in
Höhe von 316 T€ (Vorjahr: 310 T€) erzielt.
Das Modell des freiwilligen Zahlens »taz.
zahl ich« auf taz.de hat in 2014 zu Umsätzen von
134 T€ (Vorjahr 123 T€) geführt.
Der Anteil sämtlicher digitaler Erlöse
beläuft sich mit 1.687 T€ (Vorjahr: 1.547 T€) auf
6,5 % an den Gesamterlösen.
Die unter dem Dach der taz erscheinenden
Publikationen Le Monde diplomatique (monatlich) und zeozwei (vierteljährlich) erzielten
Voll bezahlte Abos der taz über 5 Jahre bis heute
201001
Jahresergebnis
Das konsolidierte Jahresergebnis der taz-Gruppe
lag im Jahr 2014 mit + 4,7 T€ in den Erwartungen
der Jahresplanung.
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zzgl. taz.zahl ich
zzgl. taz.am wochenende separat (gedruckt)
zzgl. E-Paper täglich plus taz.am wochenende gedruckt
zzgl. E-Paper täglich
Werktagabos gedruckt
605 T€ (Vorjahr: 542 T€) Vertriebsumsatz. Die
unter der Marke Le Monde diplomatique erscheinenden Atlanten und Editionen erzielten einen
Vertriebsumsatz von 411 T€ (Vorjahr: 561 T€).
Der taz Shop erzielte einen Umsatz von
835 T€ (Vorjahr: 889 T€), das taz Café erzielte
einen Umsatz von 339 T€ (Vorjahr: 316 T€).
Entwicklung wichtiger Aufwandspositionen
Der Personalaufwand der Gruppe erhöhte sich
von 8.677 T€ um 5,6 % auf 9.168 T€.
Die Vertriebs- und Zustellkosten unterliegen den gegenläufigen Effekten der Auflagen-
Die tägliche taz in der Zeit vom 31. 8. 2015 bis
zum 2. 1. 16 für 100 Euro. Dieses Aboangebot
kann bis zum 30. 9. 2015 unter www.taz.de/
100euro bestellt werden. Aber Achtung: Der Preis
ändert sich nicht – je eher Sie bestellen, desto
mehr taz gibt es.
Sie erhalten zusätzlich
– den brandneuen »Atlas der Globalisierung ›Weniger wird mehr‹« zum Thema Postwachstum oder
– die beiden nächsten »zeozwei«-Hefte zum ökosozialen Wandel der Gesellschaft.
taz Mitgliederinfo Nr. 25
entwicklung gedruckter Abonnements und der
Preisentwicklung von Speditionen und Zustelldiensten. Der Vertriebsaufwand verminderte
sich von 5.421 T€ auf 5.239 T€ um 3,3 %.
Die Druckkosten reduzierten sich auf
3.418 T€ (Vorjahr: 3.682 T€), die Druckauflage
reduzierte sich von 72.606 im Jahr 2013 auf 67.145
im Jahr 2014 um 7,5 %.
Vermögenslage
Die Vermögensstruktur der taz-Gruppe zum
31. 12 .2014 ist durch einen Anteil vom Anlagevermögen an der Bilanzsumme von 36 % gekennzeichnet. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände haben zum 31. 12 .2014 einen Anteil
von 7,2 %, Vorräte von 1,6 %. Bankguthaben und
liquide Mittel umfassen 54,8 % der Bilanzsumme.
Die Attraktivität der taz Genossenschaft ist
ungebrochen, so dass ein wesentliches Ziel der
Genossenschaft, die taz durch den Aufbau einer
stärkeren Eigenkapitalbasis wirtschaftlich zu
sichern und publizistisch unabhängig zu halten,
auch im Jahr 2014 erreicht wurde.
Zur Finanzierung des neuen Verlagsgebäudes in der Berliner Friedrichstraße wurde den
Mitgliedern der taz Genossenschaft angeboten,
sich als Stille GesellschafterInnen an der Genossenschaft zu beteiligen. Von dem Angebot machten 970 taz-GenossInnen Gebrauch und zeichneten 6.833.500 Euro.
Die Vermögenslage der taz-Gruppe hat sich
durch das positive Ergebnis und durch einen
Zufluss beim Genossenschaftskapital verbessert.
Im Jahr 2014 sind der taz Genossenschaft 1.184
Mitglieder beigetreten, während 141 ausschieden.
Am 31. 12. 2014 hatten 14.401 Mitglieder 28.922
Geschäftsanteile gezeichnet. Das eingezahlte
Genossenschaftskapital belief sich auf
14.262.060 Euro.
Dem Eigenkapital der taz-Gruppe in Höhe
von 17.509.619 Euro steht ein Bilanzverlust in
Höhe von 8.773.364 Euro gegenüber. Das buchmäßige Eigenkapital hat sich von 7.218.273 Euro
auf 8.736.255 Euro erhöht.
Die Wirtschaftlichkeit der taz steht auf
zunehmend diversifizierten Säulen.
Das Erdgeschoss des zur Eröffnung im
Herbst 2017 geplanten taz Neubaus ist als dynamische Schnittstelle zum Publikum geplant. Hier
werden auf rund 900 Quadratmetern Fläche für
Gäste, Nachbarn und taz-Mitarbeitende der
Empfangsbereich, der taz Shop sowie ein großzügiges kombinierbares Raumangebot aus taz
Café, taz Restaurant und taz Saal für Veranstaltungen eingerichtet. Und natürlich wird es dort
dann auch das taz.panterbräu »Rotes Lager« vom
Fass und aus der Flasche geben.
Karl-Heinz Ruch
Geschäftsführer
Ahoi aus der Schanze –
wir sind schon umgezogen!
15 Jahre lang haben wir in Altona gearbeitet. In
dieser Zeit wechselte der Senat von Rot-Grün
über Schwarz-Schill, Schwarz und Rot wieder zu
Rot-Grün. Im Mai ging bei uns das große Stühlerücken los: Die taz.nord Hamburg ist ins Schanzenviertel umgezogen, in die Nähe der Lerchenwache. Vom Balkon unseres Großraumbüros, in
den wir nun alle auf einer Etage zusammenarbeiten, können wir nun zugucken, wie die Wannen
auffahren. Auch eine Perspektive!
Miguel Ferraz
20
taz, die tageszeitung. Verlagsgenossenschaft eG
21
Projektbüro Kreativquartier Südliche Friedrichstadt
Unser Weg zum neuen Haus
Niemand baut ein Haus allein. Dass innerhalb so
kurzer Zeit so viele GenossInnen bei der Finanzierung des Neubaus der taz eingesteigen sind,
war und ist das Fundament unserer HausbauPläne. Dafür noch einmal vielen Dank. Wie wir
unseren Zielen seitdem Stück für Stück näher
gekommen sind, können Sie hier noch einmal
nachlesen.
Sommer 2013: Bewerbung der taz um den
Zuschlag zum Erwerb des Baugrundstücks Friedrichstraße 20/21 beim Land Berlin.
Oktober 2013: Der Liegenschaftsfonds
beschließt, die nördliche Hälfte des an der Friedrichstraße gelegenen Baufeldes 1 der taz zum
Erwerb anzubieten.
Dezember 2013: Der Aufsichtsrat der taz stimmt
zu, das Grundstück zu kaufen und den taz.neubau
zu errichten.
April 2014: Mehr als 300 Architekturbüros
möchten am Wettbewerb teilnehmen, 25 davon
werden ausgewählt, ihre Entwürfe einem Preisgericht zu präsentieren.
10. Juli 2014: Das Preisgericht hat sich für das
Züricher Architekturbüro E2A Piet und Wim Eckert
entschieden und die taz beschließt, diesen Entwurf
zu realisieren.
August 2014: Die Genossenschaft startet ihre
Finanzierungskampagne. Bereits Ende November
2014 sind knapp 7 Millionen Euro stille Beteiligungen eingegangen.
1. Dezember 2014: Der Grundstückskaufvertrag
wird abgeschlossen und notariell beglaubigt. Das
Berliner Projektsteuerungsbüro SMV managt ab
sofort das Bauvorhaben.
18. Februar 2015: Mit der Abnahme der sogenannten Leistungsphase 2 wird der Vorentwurf der
Architekten genehmigt.
Mai 2015: Mit Testschürfungen wird die
Beschaffenheit des Baugrunds ermittelt.
8. Juli 2015: Der Bauantrag wird beim Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg eingereicht.
5. August 2015: Mit der Abnahme der Entwurfsplanung ist die Leistungsphase 3 abgeschlossen. Es
folgt unmittelbar die Genehmigungsplanung (Leistungsphase 4) für die Baugenehmigung und
anschließend (als Leistungsphase 5) die detaillierte
Ausführungsplanung.
Am 1. Oktober 2015, also nach Ende der Vegetationsphase, soll mit dem Ausheben der Baugrube
begonnen werden. Diese Arbeiten sollen bis Ende
Februar 2016 abgeschlossen sein.
Frühjahr 2016: Der Hochbau soll errichtet werden. Der Umzug/Einzug der Mitarbeitenden ist für
Oktober 2017 geplant.
Andreas Bull
Geschäftsführer
Das neue Grundstück der
taz, wo 2016 der Hochbau
erfolgen soll
Karl-Heinz Ruch
Karl-Heinz Ruch
Bauhütten-Workshop
mit GenossInnen am
16. Mai 2015 in Berlin
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taz Mitgliederinfo Nr. 25
Bericht des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2014
Bei der Leitung des Unternehmens haben wir
den Vorstand im abgelaufenen Geschäftsjahr
beraten und die Geschäftsentwicklung der taz
Genossenschaft regelmäßig überwacht. Über
wesentliche Entwicklungen der Genossenschaft
sowie der taz-Gruppe im Jahr 2014 hat uns der
Vorstand regelmäßig, zeitnah und umfassend
informiert. Die wirtschaftliche Situation der einzelnen Geschäftsfelder sowie die Geschäftslage
der taz-Gruppe haben wir intensiv mit dem Vorstand erörtert. In Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung für die taz Genossenschaft war
der Aufsichtsrat eingebunden und hat, soweit
erforderlich, nach umfassender Beratung und
Prüfung seine Zustimmung erteilt.
Die Aufsichtsratstätigkeit wird bestimmt
durch die dem Aufsichtsrat durch Gesetz und
Satzung zugewiesenen Kernaufgaben, nämlich
die Überwachung und Kontrolle der Geschäftsführung des Vorstands. Die letzte Generalversammlung der taz eG war am 13. September 2014.
Seither trafen sich die Mitglieder des Aufsichtsrats in der aktuellen Zusammensetzung fünfmal
zu Sitzungen in den Räumen der taz in Berlin.
In Erfüllung der ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben hat sich der Aufsichtsrat mit der Entwicklung der Genossenschaft und ihrer Tochtergesellschaften befasst.
Schwerpunkt bildeten dabei die Erörterung der
in die Zukunft wirkenden Grundsatzentscheidungen der Unternehmenspolitik, die permanente Umsetzung der Erfüllung des Förderauftrags, die Stärkung der Eigenkapitalbasis wie
auch die Organisation der taz. Die Rolle des Aufsichtsrats ist durch Satzung und Gesetz vorgegeben.
Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und ausführlich, insbesondere über die Unternehmensplanung und die
wirtschaftliche, strategische und finanzielle Entwicklung der taz, die tageszeitung Verlagsgenossenschaft eG und ihrer Tochtergesellschaften.
Alle wesentlichen Geschäftsvorgänge wurden
anhand der Berichte des Vorstands, der Chefredaktion und des Controllers erörtert. So
konnte sich der Aufsichtsrat von der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung überzeugen.
Weiterhin beschäftigte sich der Aufsichtsrat mit Fragen der Produktentwicklung, insbesondere mit der Weiterführung der Blattreform,
dem Internetauftritt und der Entwicklung der
Wochenendausgabe.
Die taz, die tageszeitung Verlagsgenossenschaft eG blickt auf ein Jahr zurück, das nach der
Gewinn- und Verlustrechnung 2014 nicht erfolgreich war. Der höhere Jahresfehlbetrag ist aber
vernünftig zu erklären. Verglichen mit dem Vorjahr ist eine Ergebnisminderung um rund
»taz.zahl ich« – jetzt mitmachen
Auf den ersten Blick geht es nur um 5 Euro. Dennoch ist taz.zahl ich unter den vielen wichtigen
Verlagsprojekten der taz strategisch wohl das
wichtigste. Denn die Aufforderung, regelmäßig
für die Onlineausgabe der taz zu zahlen, ist für
die Zukunft der taz von immenser Bedeutung.
Mehr als 4.700 Menschen zahlen schon freiwillig
und sichern damit die Strategie der taz ab, taz.de
für alle frei zugänglich zu halten.
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finden Sie Argumente für das freiwillige Zahlen –
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4.708
(11. 8. 2015)
20.000
freiwillige ZahlerInnen
Solidarität der Tausenden: damit taz.de für alle kostenlos bleibt. Mit taz.zahl ich geht
ein solidarischer Gedanke einher – taz.de soll in seiner aufklärerischen Funktion frei
zugänglich sein.
taz, die tageszeitung. Verlagsgenossenschaft eG
50.000 € eingetreten. Der Jahresfehlbetrag
beträgt 2014 162.664,11 €; 2013 war ein Jahresfehlbetrag in Höhe von 110.196,24 € vorhanden.
Der Grund für das negative Ergebnis des Jahres
2014 liegt zum einen in niedrigeren Erträgen,
zum anderen in rund 30.000 € Zinsen für das
schon eingezahlte Kapital der stillen Gesellschafter für den Neubau des Verlagshauses. Kurz: Die
Aufwendungen sind höher als die Erträge.
Die Ergebnisse der taz Gruppe verliefen
sehr unterschiedlich in den Jahren 2011 bis 2014.
Im Berichtsjahr 2014 konnte ein positives Gruppenergebnis in Höhe von 4.702 € ausgewiesen
werden. 2013 wurde ein Gruppenergebnis von
55.009 € erwirtschaftet.
Die Genossenschaft ist für UnterstützerInnen weiterhin so attraktiv, dass diese kontinuierlich neue Genossenschaftsanteile zeichnen. Der
Aufsichtsrat hält allein diese Tatsache bereits für
eine großartige Leistung der tazlerInnen. Der
Erfolg der Rechtsform Genossenschaft zeigt sich
nach unserer Einschätzung in dieser kontinuierlichen Entwicklung. Im Berichtsjahr 2014
konnte das 14.000. Genossenschaftsmitglied
begrüßt werden. Die Einlagen der Genossenschaftsmitglieder sichern weiterhin die Konzernunabhängigkeit der taz.
Wir können befriedigt feststellen: Wir, die
taz-LeserInnen und GenossInnen, müssen unser
Blatt auch finanziell selbst verteidigen, wir können es aber auch! Im Gegensatz zu anderen Zeitungen hat die taz deshalb bisher überlebt.
Das ausgewiesene Ergebnis der Genossenschaft des Geschäftsjahrs 2014 ist wie bereits
angeführt mit 162.664,11 € negativ (Vorjahr Jah-
23
resfehlbetrag 110.196,24 €). Die Verschlechterung
des Ergebnisses ist einmal auf die deutlich geringeren Erträge aus der Beteiligung an der taz Produktionsgesellschaft zurückzuführen, der entscheidende Grund war aber der im Vergleich zur
Vergangenheit erstmals angefallene Zinsaufwand von 30.352,34 € für die Einlagen der stillen
Gesellschafter.
Die ordentlichen Aufwendungen der
Genossenschaft erhöhten sich gegenüber dem
Vorjahr um rund 89 Tausend Euro (T€) insbesondere wegen gestiegener Kosten der Mitgliederbetreuung und für die Akquise der stillen Beteiligungen.
Die eigenen Umsatzerlöse der eG erhöhten
sich 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 89 T€,
die Erträge aus Beteiligungen waren um 33 T€
geringer, Zinsen und ähnliche Erträge sind
nahezu gleich geblieben. Insgesamt verminderte
sich das Jahresergebnis um 52 T€.
Vereinfachend gesagt sind die Jahresergebnisse so zu sehen, dass die taz Genossenschaft als
»Holding« der taz-Gruppe noch nicht ausreichend Erträge erzielen kann, welche die eigenen
Werbe- und Verwaltungskosten decken. Im
Berichtsjahr hat das deutlich gesunkene Zinsniveau für Anlagen höhere Erträge verhindert.
Da solche Geldanlagen verantwortungsvoll vorgenommen werden, war keine höhere Verzinsung erreichbar.
Die Einlagen der Mitglieder der Genossenschaft – also die ausgewiesenen Geschäftsguthaben – erhöhten sich zum Bilanzstichtag
31. 12. 2014 gegenüber dem Vorjahr um
1.467.747,95 €. Die Zahl der Mitglieder der Genos-
Der weltweit erste Postwachstumsatlas
Was Wachstum ist, weiß jeder – ohne Wachstum gibt es angeblich keinen
Wohlstand, keine Freiheit, keinen Erfolg. Doch auf einem begrenzten Planeten kann es kein unbegrenztes Wachstum geben. Wir ahnen schon lange,
dass es so nicht weitergehen kann. Aber was dann? Der Postwachstumsatlas
gibt Antworten.
Le Monde diplomatique (Herausgeberin): »Atlas der Globalisierung.
Weniger wird mehr«. taz Verlag, Berlin 2015. Erhältlich als broschierte
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24
taz Mitgliederinfo Nr. 25
senschaft ist von 13.438 zu Beginn des Jahres
2014 auf 14.401 zum 31. 12. 2014 gestiegen. Der
Aufsichtsrat sieht in dem Erfolg der Mitgliederwerbung und damit der Kapitalbeschaffung wiederum eine besonders zu erwähnende Leistung
des Geno-Teams und der sonst damit befassten
MitarbeiterInnen der taz.
Bereits anlässlich der Generalversammlung 2004 und dann wieder jedes Jahr berichteten wir ausführlich über eine veränderte Rechtsprechung bzw. Klarstellung zur Berechnung der
Auseinandersetzungsguthaben bei Genossenschaften. Die Rechtsprechung kam zur Erkenntnis, dass bei der Berechnung des Auseinandersetzungsguthabens eines ausscheidenden Mitglieds
gem. § 73 Abs. 2 GenG die aufgelaufenen Verluste
zu berücksichtigen sind.
Nach der jetzt gültigen Satzung der
Genossenschaft ist in § 9 Abs. 1 geregelt, dass
Verlustvorträge anteilig im Verhältnis der
Geschäftsguthaben vom Auseinandersetzungsguthaben abzuziehen sind. Wir müssen also für
die Berechnung des Auseinandersetzungsguthabens eines kündigenden Mitglieds der Genossenschaft jeweils den Wert ermitteln, der nach § 9
der Satzung in Verbindung mit § 73 GenG ausgezahlt werden kann. Zum 31. 12. 2014 wird der Wert
des Auseinandersetzungsguthabens mit 77,8 % je
Geschäftsanteil berechnet.
Seit dem Geschäftsjahr 2003 wurden die
Beteiligungsstrukturen im Verbund zur Verbesserung der Kapitalausstattung und zur Konsolidierung der Ertragslage verändert. Die taz Entwicklungsgesellschaft nahm und nimmt hier
eine zentrale Position ein. Die Gründung dieser
Gesellschaft sollte die Beweglichkeit der taz weiter verbessern.
Der Aufsichtsrat hat sich kontinuierlich
seit der Gründung und Etablierung mit dieser
Gesellschaft befasst. Der ursprüngliche Plan zur
Entwicklung der taz-Gruppe musste an die geänderten Rahmenbedingungen nach Wegfall der
einkommensteuerlichen Verlustzuweisungsmöglichkeiten angepasst werden. Statt der geplanten
5 Mio € konnten nur rd. 3 Mio € Kommanditkapital geworben werden. Die Minderung der Einlagen hatte dann zur Konsequenz, dass eben weniger Kapital zur Entwicklung zur Verfügung
stand.
Derzeit werden in der Entwicklungsgesellschaft jährliche Überschüsse erwirtschaftet.
Der Aufsichtsrat wird sich auch zukünftig
für die Entwicklungs-KG einzusetzen und die
Anpassung der ursprünglichen Pläne an die Realität zu überwachen haben.
Der Aufsichtsrat sieht die wirtschaftliche
Lage der Genossenschaft als geeignete Grundlage
für zukünftige Projekte. Die buchmäßige Vermögenslage sieht gar nicht schlecht aus. Sie bietet
auf den ersten Blick keinen Anlass zur Besorgnis.
Das taz.panterbräu ist fertig!
Auf dem taz.lab am 25. April hatten sich viele von
Ihnen an der großen Verkostung beteiligt. Die
meisten Stimmen entfielen auf das Bier C. Hier
die Auflösung: Der Brauer heißt Christoph Flessa,
sein kleiner Betrieb befindet sich in einem Hinterhof in Berlin-Friedrichshain.
Er hat sofort nach dem taz.lab die nächsten
500 Liter Bier eingebraut und am 3. Juli mit einer
großen Party der Öffentlichkeit vorgestellt. Ein
rotes Lager, naturtrüb und süffig und mit einem
wunderbaren Etikett. Es wird vorerst im taz Café
in 0,33-Liter-Flaschen angeboten – für Gäste und
zum Verkauf. Selbstverständlich arbeiten wir
daran, dass das taz.panterbräu auch bald im taz
Shop und für alle GenossInnen erhältlich sein
wird. Der nächste Sud ruht bereits in den Fässern.
Jörn Kabisch
Mehr Informationen zum taz.panterbräu und die dazugehörigen Filme
finden Sie hier: www.taz.de/panterbraeu
taz, die tageszeitung. Verlagsgenossenschaft eG
Die Genossenschaft kann sich aber nach Auffassung des Aufsichtsrats nicht leisten, in den nächsten Jahren regelmäßig 1 Mio. € in den TAZ Verlag
zu stecken – wie dies 2012 erforderlich war. Die
Mittel der taz eG wären dann rechnerisch schnell
aufgebraucht. Diese Aussage ist jetzt ohne
Berücksichtigung von Einzahlungen neu gewonnener GenossInnen oder von AufstockerInnen.
Wenn es der taz eG gelingt, jedes Jahr so
viel neues Genossenschaftskapital zu akquirieren, wie Verluste abzudecken sind, wäre zwar
keine Gefahr für das Überleben der taz vorhanden. Das würde aber bedeuten, dass die neu eingeworbenen Geschäftsguthaben nie mehr zum
Nominalwert zurückgezahlt werden könnten.
Das ist nicht die Strategie von Vorstand und Aufsichtsrat. Wir Aufsichtsräte wollen jedenfalls
erreichen, dass die Geschäftsanteile der Mitglieder der Genossenschaft wieder wertmäßig steigen.
Die Investitionen hinsichtlich des Neubaus eines Verlagshauses in der Friedrichstraße
gelten einem Zukunftsprojekt. Diese Investition
wird gewährleisten, dass alle Mitarbeitenden wieder unter einem Dach arbeiten können. Für die
Genossenschaft wird das neue Haus eine gute
Kapitalanlage und eine nachhaltige Maßnahme
sein. Im Geschäftsjahr 2014 wurden bereits
503 T€ für dieses Projekt investiert für Architektenwettbewerb und Planungskosten.
25
Die vorhandenen liquiden Mittel der
Genossenschaft sollen in Höhe von 3 Mio. € für
dieses Projekt eingesetzt werden. Die restlichen
Erwerbs- und Baukosten sollen durch Fördermittel, stille Beteiligungen und durch Bankdarlehen
finanziert werden. Zur Zeichnung der stillen
Beteiligungen in Höhe von 6 Mio. € (und zusätzlichen Genossenschaftsanteilen) waren ausschließlich die Mitglieder der Genossenschaft
aufgerufen. Dieser kühne Plan wurde in kurzer
Zeit von Ende August bis November 2014 verwirklicht. Der Aufsichtsrat bedankt sich bei allen
Mitgliedern, die sich für eine solche Beteiligung
entschieden haben.
Nach der Bilanz 2014 der eG bestehen stichtagsbezogen lediglich Rückstellungen in Höhe
von 27,8 T€, Verbindlichkeiten aus den Einlagen
der stillen Gesellschafter in Höhe von 6.833,5 T€
und andere Verbindlichkeiten in Höhe von rund
219 T€. Davon ist der größte Betrag an Schulden
bei der Tochtergesellschaft TAZ Verlag in Höhe
von 97 T€.
Das Gesamtvermögen der taz Genossenschaft zum 31. 12. 2014 in Höhe von 18,2 Mio. €
besteht aus geleisteten Anzahlungen und Anlagen in Bau von 503 T€, Anteilen an den Tochtergesellschaften (3,587 Mio. €), aus Ausleihungen
an diese und an nahe stehende Unternehmen in
Höhe von 2,6 Mio. €, aus Forderungen an diese
(882,3 T€), aus sonstigen Vermögensgegenstän-
Ein Redaktionssystem für die Zukunft
In diesem Sommer drückten selbst erfahrene
RedaktionskollegInnen noch einmal die Schulbank. Gebüffelt wurde für das neue Redaktionssystem: Wie funktioniert es? Was kann es? Wie
wird es bedient?
Nach 17 Jahren hat die alte Technik (ein
weitgehend hauseigen programmiertes Konstrukt auf der Basis von FrameMaker) endgültig
ausgedient, das neue System (der Firma InterRed)
passierte Mitte Juli die Gesamtabnahme. Mehrere Teams von ProgrammiererInnen und InformatikerInnen hatten ein Jahr lang das 300 Seiten
starke Pflichtenheft in Zigtausenden von Programmcode-Zeilen abgebildet und so das System
an die Bedürfnisse der taz angepasst.
Ohne die schnelle und großzügige Unterstützung der taz Genossenschaft hätte dieser
Kraftakt nicht gelingen können. Mehr als anderthalb Millionen Euro Gesamtkosten sind für die
taz keine Kleinigkeit. Aber eine notwendige
Investition, weil es für das alte Redaktionssystem
schlicht keine geeignete Hardware mehr gibt.
Ebenso wichtig war, dass wir mit dem neuen
Content-Management-System die wichtigen digitalen Ausgaben optimal erstellen können.
Dank der Geldmittel der taz Genossenschaft können wir nun optimistisch die nähere
und weitere Zukunft der taz planen. Danke
dafür!
Andreas Bull
Geschäftsführer
Beim neuen Redaktionssystem erfolgt der Zugriff auf
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26
taz Mitgliederinfo Nr. 25
den in Höhe von 3 T€ und aus Bankguthaben
(10.591 T€). Diese enorme Höhe der Bankguthaben resultiert aus der Einzahlung der stillen
Beteiligungen von 6.833,5 T€. Bestimmungsgemäß werden diese 2015/2016 abfließen für
Baukosten.
Gegenüber der Vergangenheit wird das
Bild der Bilanz der taz eG sich wandeln. Durch
die Investition in den Neubau des Verlagshauses
wird die Position Grundstücke und Gebäude
einen Wert nahe 20 Mio. € erreichen und das
Bilanzbild beherrschen. Die bisherigen Hauptposten der Aktiva – die Beteiligungswerte –
gelangen dann etwas in den Hintergrund.
Die bisherige Konzentrierung des Vermögens auf Ausstattung der Tochtergesellschaften
brachte aber auch Probleme mit sich. Die Genossenschaft muss ständig prüfen, ob diese Werte
auch realistisch sind. Anders ausgedrückt stellt
sich die Frage, sind die Tochtergesellschaften so
reich, dass diese in der Bilanz ausgewiesenen
Werte gerechtfertigt sind. Diese Frage war dann
auch dieses Jahr wieder Gegenstand der Debatte
mit dem Prüfungsverband. Die Debatten führen
jedenfalls dazu, dass die Situation der Gesellschaften ständig geprüft wird. Zum Bilanzstichtag 31. 12. 2014 wird übereinstimmend der dargestellte Ausweis als richtig und berechtigt angesehen.
Da die Auszahlung der gekündigten
Geschäftsguthaben der Mitglieder nur noch zum
durch die aufgelaufenen Verluste geminderten
Wert erfolgen kann, hat der Aufsichtsrat einen
besonderen Blick auf die Berechnung des Werts
zu werfen. Die Situation hat sich gegenüber dem
Vorjahr »verbessert«, da der aufgelaufene Bilanzverlust auf mehr Genossenschaftsanteile verteilt
wird. Das buchmäßige Eigenkapital der Genossenschaft ist im Berichtsjahr um 1.330 T€ höher
als zum 31. 12. 2013.
Der vorliegende Jahresabschluss zum
31. 12. 2014, die wirtschaftlichen Verhältnisse und
die Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung
der Genossenschaft wurden vom Genossenschaftsverband e. V., Prüfungsverband, Neu-Isenburg, geprüft. Aufsichtsrat und Vorstand wurden
unmittelbar nach Beendigung der Prüfung
durch die Genossenschaftsprüfer mündlich über
25. APRIL 20
-Kongress
der taz
privat
Der Gedöns
15
Jan Feddersen,
Redakteur für besondere
Aufgaben
Nie war das taz.lab von so vielen jungen Menschen besucht – und zugleich von jenen, die sich
ohnehin Jahr für Jahr auf den taz-Kongress
freuen. Dieses Jahr fand er am 25. April im Berliner Haus der Kulturen der Welt statt. Das Thema
war smart gewählt: »Was wirklich zählt«. Der
»Gedöns-Kongress« der taz widmete sich einerseits den scheinbar nur privaten Fragen des
guten Lebens, andererseits wurde jedoch auch
debattiert, ob die Gedönsereien nicht von den
wirklich wichtigen politischen und kulturellen
Fragen unserer Zeit ablenken: der ökologischen
Transformation vor allem. Dem Klimawandel.
Einerlei: 2.500 Menschen widmeten sich an
diesem Samstag knapp 100 Panels und Podien,
Diskussionen und Vorträgen. In Kooperation mit
dem feministischen Magazin Missy, der linken
Zeitung Jungle World wie auch der Heinrich-BöllStiftung kamen 200 ReferentInnen zusammen –
mit Stars wie Harald Welzer, Eva Illouz, Yvonne
Hofstetter und Heinz Bude und vielen anderen,
die ihre Expertise in das Forum der taz einbrachten.
Wolfgang Borrs
»Gedöns« ließ Herzen brennen
Besucherinnen informieren sich über das Programm
taz, die tageszeitung. Verlagsgenossenschaft eG
das Ergebnis der Prüfung unterrichtet. Den
mündlichen Bericht des Prüfungsverbands hat
der Aufsichtsrat zur Kenntnis genommen. Die
Prüfung hat keinen Anlass zu Beanstandungen
ergeben. Für den Jahresabschluss 2014 der
Genossenschaft wird vom Prüfungsverband ein
uneingeschränkter Bestätigungsvermerk erteilt.
Der schriftliche Prüfungsbericht des Prüfungsverbands liegt bisher noch nicht vor.
Pflichtgemäß hat auch der Aufsichtsrat den
Jahresabschluss 2014 der taz, die tageszeitung
Verlagsgenossenschaft eG, Berlin, eigenständig
geprüft. Im Rahmen seiner Prüfungstätigkeit hat
der Aufsichtsrat eine Reihe von Fragestellungen,
einzelne Prüfungsergebnisse und das abschließende Gesamtergebnis gemeinsam mit den Prüfern des Prüfungsverbandes und bereits vorher
mit dem Vorstand ausführlich erörtert. Der Aufsichtsrat hält den vorliegenden Jahresabschluss
2014 der eG so für richtig und schlägt deshalb
auch diesen zur Feststellung durch die Generalversammlung am 19. 9. 2015 vor.
Im laufenden Geschäftsjahr 2015 liegt die
taz bisher wirtschaftlich noch nah am Plan. Die
27
Umsatzentwicklung ist nicht so gut gelaufen,
da die taz bei Einzelverkauf und auch bei Anzeigenerlösen weiterhin Einbrüche hinnehmen
muss und – zudem – die Aboerlöse deutlich
abnehmen. Bisher ist aber aus unserer Sicht so
viel Einsparung von Kosten zu sehen, dass die
fehlenden Umsatzerlöse bisher (Betrachtungszeitraum 1. 1. – 30. 6. 2015) kompensiert werden.
Insbesondere die im Herbst 2010 neu eingeführte separat zu bestellende taz.am wochenende hat bis Juni noch nicht die geplanten
Zuwächse an Abos geliefert. Hier soll die Herbstkampagne aber einen Sprung nach vorne bringen.
Das Ergebnis der taz-Gruppe (also des
»Konzerns« mit Entwicklungs-KG) ist 2014 mit
4.702 € positiv (2013: 55.009 €). Grund für dieses
Ergebnis sind insbesondere die realisierten Preiserhöhungen im Zeitungsgeschäft. Die Ausweitung des Verkaufs an Handelswaren und die Steigerung von Umsätzen im elektronischen Zeitungsvertrieb trugen ebenfalls zur Erhöhung der
Umsätze bei.
Bei der Entwicklungs-KG wird 2014 ein
Ausblick taz.lab 2016
Das nächste taz.lab widmet sich einem schlicht
klingenden Thema – das allerdings politischer
und kulturell grundierter nicht sein könnte:
Differenz. Weshalb halten sich Rassismen so
intensiv? Was bewegt Menschen, Unterschiede
zu anderen nicht aushalten zu wollen? Ist es
nicht vielmehr so, dass Unterschiedlichkeit
Lebenslust stiftet, dass Diversität das Salz aller
Erden ist?
Am 2. April findet das nächstjährige taz.
lab statt – wieder im Berliner Haus der Kulturen
der Welt. Herzlich willkommen! Die genaue
Überschrift wird noch gefunden, wir bitten um
Ihre Vorschläge. Schreiben Sie uns gerne an
[email protected]
Jan Feddersen
Wolfgang Borrs
Irritierend war nur für wenige, dass Workshops zu queerer Pornografie ebenso überlaufen
waren wie Lesungen zur Syrien- und Flüchtlingspolitik. Am Ende des Abends das angenehm Übliche: Der taz-Kongress tanzte!
2.500 Menschen tummelten sich am 25. April im
Berliner Haus der Kulturen der Welt
28
taz Mitgliederinfo Nr. 25
negatives Ergebnis von 26 T€ ausgewiesen.
Nach der Einstellung der Regionalausgabe NRW
sind hier die Kosten im Griff, die geplanten
Erträge entwickeln sich unterschiedlich. 2014
musste taz.nord im Anzeigengeschäft leider Einbrüche hinnehmen. Dafür gelang es im digitalen
Bereich Umsatzsteigerungen zu erzielen.
Nach dem Wirtschaftsplan sollte 2014 ein
ausgeglichenes Ergebnis bei der taz-Gruppe ohne
Entwicklungs-KG erzielt werden. Das ist nach den
vorliegenden Zahlen auch gelungen.
Aber: Erstmals konnte keine Ausweitung
der Umsatzerlöse erzielt werden. Von 26,53 Mio. €
(2013) reduzierten sich die Umsatzerlöse auf
26,1 Mio. € (vgl. Zusammengeführte Gewinn- und
Verlustrechnung 2012 – 2014).
Eine Betrachtung der einzelnen Positionen
lohnt sich:
Die Erlöse aus dem Abonnement der taz
sind leicht gestiegen, obwohl die Abozahlen nach
IVW stichtagsbezogen niedriger sind am Ende
des Geschäftsjahres 2014 gegenüber dem Beginn.
Beim Einzelverkauf ergaben sich geringere Erlöse
gegenüber dem Vorjahr, da die Verkaufszahlen
weiterhin abnehmend sind. Als Erklärung ist
anzuführen, dass eine vorgenommene Preiserhöhung diese Erlössteigerung beim Abo
ermöglichte.
Bei den Anzeigenerlösen der taz-Gruppe
ergab sich eine Minderung von 165 T€ gegenüber
dem Vorjahr. Erfreulicherweise können höhere
Erlöse aus dem Bereich Digital und eben auch
beim Vertrieb der Le Monde diplomatique angeführt werden.
Die Erlöse aus dem Verkauf von Atlanten
sind erwartungsgemäß niedriger als im Vorjahr.
Bei Editionen sind die geplanten Umsätze auch
erzielt worden.
Die Kostensteigerungen waren insbesondere auf Personalkosten 491 T€ und Rechts- und
Beratungskosten einschließlich Gerichtskosten
23 T€ zurückzuführen.
Erwähnenswerte Kostenminderungen
konnten erreicht werden bei (in Vergleich zu Vorjahr): Druckkosten 264 T€, Vertriebskosten Trägerdienste 262 T€ und Raumkosten 17 T€. Hier
wirkten sich die reduzierten Abozahlen aus.
Zu erwähnen sind auch die Kosten für die
»Investitionen« in die Beilage Kontext-Wochenzeitung und zeozwei, die als Zusatzprodukte die
Attraktivität der Produkte steigern sollen.
Jedoch muss auch gesagt werden, dass die
taz sich eben dem negativen Auflagentrend der
gedruckten Zeitung im Jahr 2014 nicht entziehen konnte. Der Rückgang lag hier bei den Einzelverkäufen und auch beim Abonnement. Der
Aufsichtsrat hat hier eine schwierige Aufgabe
mit Rat und Tat der fallenden Abokurve entgegenzuwirken. Hier ist die primäre Aufgabe des
Vorstands und der Chefredaktion, dieses Problem so in den Griff zu bekommen, dass die
Zukunft für alle Mitarbeitenden, LeserInnen und
AbonnentInnen gemeistert werden kann. Die
tägliche Ausgabe der gedruckten Zeitung sollte
nach unserer Auffassung nicht vernachlässigt
werden. Die positive Entwicklung der Wochenendausgabe kann die Rückgänge bei der täglichen taz bislang noch nicht auffangen. Für 2015
geht die Strategie dahin, zuerst die tägliche Ausgabe zu stärken und dann mit einer deutlichen
Steigerung der Wochenendabos die geplanten
Umsätze zu erreichen. Die erhofften Zuwächse
Halbe Strecke – voller Einsatz
Sie wissen es, wir wissen es: Alle Projekte der taz
brauchen zunächst Unterstützung durch unsere
Leserinnen und Leser, Genossinnen und Genossen, müssen sich dann aber rechnen. Der Aufsichtsrat der taz hat deshalb auch für unser
Umweltmagazin klare Vorgaben gemacht:
zeozwei muss sich nach einem Jahr selbst tragen.
Wir sind von Ihnen bisher bestmöglich
unterstützt worden: Einige haben sogar Abos an
jedes ihrer Kinder verschenkt! Das ist extrem
ermutigend, und dafür sagen wir: Vielen Dank!
Aber von den nötigen 1.000 Genossen-Abos
sind wir noch immer ein entscheidendes Stück
entfernt. Dennoch halten wir an unserem ambitionierten Ziel fest: Wir wollen und wir müssen
mit zeozwei die Diskussion der sozialökologischen Transformation in einen breiteren Teil der
Gesellschaft tragen. Deshalb unsere Bitte:
Machen Sie weiter in Ihrem Bekanntenkreis Werbung für unser Projekt.
Hanna Gersmann und Peter Unfried
Chefredakteure von zeozwei
Abonnieren Sie
»zeozwei« und erhalten Sie als Prämie den
handbemalten Tragebeutel. Ein Jahr »zeozwei« gibt’s im Abo
schon für 20 Euro.
Besuchen Sie uns
unter www.zeozwei.de
lädt monatlich an einem Mittwoch junge JournalistInnen und VolontärInnen anderer Berliner
Verlagshäuser und Institutionen zum Mittwochsclub in die taz. Journalisten, Politiker und NGOs
sprechen über Medien im 21. Jahrhundert.
Der gute Zweck der taz Panter Stiftung ist
die selbstlose, ideelle und materielle Förderung
der Allgemeinheit. Dazu gehört neben dem taz
Panter Preis für Zivilcourage im Alltag und dem
Aufbau der taz Akademie für journalistische
Aus- und Weiterbildung auch die Durchführung
von Veranstaltungen (Bürgerforen, Seminare,
Kongresse usw.) mit dem Zweck, Bürgerrechte zu
vermitteln bzw. zu deren Wahrnehmung zu animieren.
Die Redaktion kämpft weiter engagiert
für die publizistische Zukunft der taz. Das
Der Aufsichtsrat:
Hermann-Josef Tenhagen,
Astrid Prange de
Oliveira und Johannes
Rauschenberger
Anja Weber
an Abos blieben auch wegen wachsender Konkurrenz bis Juni hinter den Erwartungen zurück.
Ein Wundermittel ist die Wochenendausgabe
natürlich nicht.
Sehr erfreulich und ein Zeichen für die
starke publizistische Sonderrolle der taz im
Netz sind die wachsenden Einnahmen über das
Bezahlmodell »taz.zahl ich«. Hier ist die
Erkenntnis entscheidend, dass NutzerInnen von
taz.de sehr wohl bereit sind, sich für ihre taz zu
engagieren.
Der Aufsichtsrat legt den geprüften Jahresabschluss 2014 der taz, die tageszeitung Verlagsgenossenschaft eG der Generalversammlung zur
Feststellung vor. Wir schlagen vor, den Bilanzverlust auf neue Rechnung vorzutragen und nach
den Satzungsregelungen zu verfahren, den aufgelaufenen Verlust für die Berechnung des Ausscheidungsguthabens der GenossInnen zu
berücksichtigen.
»Vom Wort zur Tat« heißt der Slogan für die
taz Panter Stiftung. Der Aufsichtsrat begleitet die
Etablierung dieser Stiftung. Mit dieser Stiftung
wird die Wirkung der taz erweitert und eben
auch die Haltung, für die sie steht. Seit fünf Jahren bietet die taz Akademie der Panter Stiftung
fünfmal im Jahr dem journalistischen Nachwuchs die Möglichkeit zur Teilnahme an einem
Workshop. Innerhalb von nur vier Tagen müssen
sich die je zehn jungen Frauen und Männer unter
fachlicher Anleitung zu einer Redaktion formieren, sich dem vorgegebenen Thema inhaltlich
und formal stellen, Texte schreiben, Nachrichten
melden, Titel dichten. Die Verbindung zur taz
und zu der Stiftung wird zusätzlich gehalten
durch den sog. Mittwochsclub. Die taz Akademie
29
Anja Weber
taz, die tageszeitung. Verlagsgenossenschaft eG
Das neue zeozwei-Team:
Anja Weber,
Mathias Königschulte,
Peter Unfried,
Hanna Gersmann,
Miriam Rech und
Stefanie Weber
(von links)
30
taz Mitgliederinfo Nr. 25
Kerngeschäft der taz, der Verkauf der gedruckten Zeitung, wird von Jahr zu Jahr schwieriger.
Weiter müssen neue Geschäftsbereiche
erschlossen bzw. entwickelt werden. Dabei stellt
sich heraus: Le Monde diplomatique ist weiterhin
ein Erfolg. Diese hat sich zur wichtigen Adresse
für Informationen zur Globalisierung entwickelt.
Die Reihe »Edition Le Monde diplomatique« mit
ihren Heften (z. B. »Die Überwacher«) verstärkt
die Möglichkeit, das Weltgeschehen zu beobachten.
Im April 2014 wurde Andreas Rüttenauer
als weiterer Chefredakteur berufen. Durch den
überraschenden Wechsel von Ines Pohl zur
Deutschen Welle nach Washington ergeben sich
aktuell Veränderungen. Ab der Genossenschaftsversammlung 2015 wird der neu berufene Chefredakteur Georg Löwisch wieder im
Hause taz tätig sein. Löwisch hat 2010 – vor seinem Weggang – die Wochenendausgabe der taz
auf den Weg gebracht.
Die Zeiten für Zeitungen stehen heute ganz
im Zeichen der Digitalisierung ihrer Angebote
und Vertriebswege. An jedem Ort der Welt kann
eine gewünschte Information beschafft werden.
Die taz hat im World Wide Web immer eher die
Chancen als die Risiken gesehen und diese auch
genutzt. Der Auftritt von taz.de wird kontinuierlich verbessert. Hier sind weiter Anstrengungen
nötig. taz.de ist die schnellere und meistens buntere Schwester der täglichen Printausgabe.
Die Frage, wie »online« künftig in weitaus größerem Maße die Arbeit der taz bezahlen
kann, wird uns weiterhin beschäftigen. Im
Hause taz wird hier auf eine wachsende Zahl von
UserInnen gesetzt, die die Website schätzen und
durch monatliche Beträge unterstützen. Vor gut
einem Jahr ging die neue Version von taz.de
online. Das und die Neuausrichtung der taz.am
wochenende war ein Kraftakt für die Mitarbeitenden. Wir setzen hier auf eine erfolgreiche Weiterführung des langen Wegs in einen neuen Journalismus. Monatelang hat die Redaktion mit großem Engagement und Arbeitseinsatz gearbeitet.
Dabei wurde auch gestritten um den richtigen
Weg für die taz.am wochenende. Wie viel soll von
welchem Ressort/Thema wo stehen? Der Aufsichtsrat hat diese Diskussionen eher weniger
nah mitbekommen. Zumindest hat sich für uns
erschlossen, dass die Diskussion sich um den
Weiterbestand der Printausgabe rankte, wer will
am Wochenende was wo lesen? In den Sitzungen
referierten Vorstand und Chefredaktion über
den Stand des Weges zur Neukonzeption. Der
Aufsichtsrat war jedoch nicht in die konkrete Planung und Konzeption einbezogen.
Die zentralen Merkmale der taz werden
auch online herausgestrichen: der tazeigene, respektlose und unabhängige Blick auf die Welt,
Platz für Themen, die keine Lobby haben – fernab
vom Mainstream. Die politische Rendite, die sich
die GenossInnen erhoffen, nämlich das Überleben und Erstarken der taz, verlangt nach kontinuierlichen Verbesserungen der Zeitung und
eben auch des Onlineauftritts. Die RedakteurInnen haben nach eigener Aussage den Anspruch,
es nicht jedem recht zu machen im Zeitungsgeschäft, aber zu versuchen, es möglichst gut zu
machen.
Im Jahr 2014 begann die Investition in ein
neues Redaktionssystem. Mit dem neuen System werden zukünftig alle Inhalte zentral
erfasst, verwaltet und produziert. Dann muss
nicht weiter zweigleisig produziert werden, einmal für Online und dann eben noch für die
gedruckte Ausgabe. Personal wird dabei nicht
abgebaut werden. Das Ziel ist, neue Freiräume
für neue Themen und zeitintensive Recherchen
Neulich im taz-Tagebuch
Den Hausblog finden Sie hier: http://
blogs.taz.de/hausblog
Früher gab es das hin und wieder mal in der
gedruckten taz – Berichte und Meldungen aus
der taz über die taz und ihre MacherInnen. 2008
verstetigte sich die taz-bezügliche Berichterstattung dann mit dem neu geschaffenen Hausblog.
Jahre später kam dann die wöchentliche Aus-dertaz-Seite in der taz.am wochenende hinzu.
Der Hausblog war so etwas wie ein erstes
Geschenk der taz an sich selbst, anlässlich ihres
bevorstehenden 30. Geburtstags. Wenn man so
will, dann erkannte die taz im Rahmen dieses
Erwachsenwerdens einen Bedarf, mehr über sich
selbst zu reflektieren und die Ergebnisse daraus
zu kommunizieren. Zudem war aus dem linken
Zeitungsprojekt taz längst ein veritables Universum geworden, welches bei der taz Panter Stiftung beginnt und beim taz Shop noch lange
nicht aufhört. Kurz: Es gab schlichtweg enorm
taz, die tageszeitung. Verlagsgenossenschaft eG
31
zu schaffen. Bisher konnte der Aufsichtsrat noch
keine Jubelarien zum System hören, was aber
hoffentlich nur am Stand der Umsetzung liegen
sollte.
Das neue Redaktionssystem ist auch notwendig, um neben www.taz.de andere digitale
Vertriebswege zu versorgen. Trotz begrenzter
Ressourcen kann es dann gelingen, alle Kanäle
optimal und qualitativ hochwertig zu bedienen.
Seit Januar 2012 wird der Wochenendausgabe der taz als Beilage die gedruckte Ausgabe
der Kontext-Wochenzeitung beigelegt. Diese
Internetzeitung aus Stuttgart ist unabhängig. Sie
wird von keinem Wirtschaftsunternehmen oder
anderen Lobbyisten finanziert. Getragen wird sie
durch Spenden von BürgerInnen – insbesondere
aus der Region –, die wissen, dass eine freie
Presse das Brot der Demokratie ist. Der taz-Verlag
sorgt für Druck und Vertrieb dieser Beilage und
übergibt diese an die LeserInnen der taz. Seit
Januar 2012 wird von der taz an Kontext eine
Lizenzgebühr für die Abdruckrechte bezahlt.
Der Erfolg von Le Monde diplomatique mit
ihren publizistischen Ablegern »Atlas der Globalisierung« und »Edition Le Monde diplomatique«
hat zu Überlegungen geführt, neben dem Thema
der Globalisierung ein zweites Kernthema der taz
für eine neue Publikation zu nutzen: die Umwelt.
Seit April 2012 erscheint das Umweltmagazin
zeozwei im taz-Verlag. Dafür wurde eine Neukonzeption des Magazins vorgenommen. Die bisherigen Verkaufszahlen sind noch bescheiden, lassen aber auf eine positive Entwicklung hoffen.
Der Aufsichtsrat hat der Fortführung des Projekts für das Jahr 2015 unter veränderten Bedingungen zugestimmt.
Das taz.lab am 12. April 2014 stand unter
dem Slogan »Europa – I love EU. Solidarität ist
machbar«. Ausverkaufte Veranstaltungen waren
die Regel, begleitet von 40 Bloggern, die in annähernd 14 Stunden dafür sorgten, dass sich auf
lab.log die Inhalte widerspiegelten. Nach Wahrnehmung des Aufsichtsrats war insbesondere die
jüngere Generation im Publikum vertreten.
Am 25. 4. 2015 war das 5. taz.lab im Haus der
Kulturen in Berlin, »Was wirklich zählt«. Mehr
als 70 gut besuchte Veranstaltungen fanden statt.
An diesem Tag wurde auch das taz.panterbräu
unter drei Proben ausgesucht.
Am Tage der Generalversammlung endet
leider außerplanmäßig die Amtszeit der gewählten Aufsichtsrätin Astrid Prange de Oliveira vorzeitig. Nach derzeitigem Stand wird sich Stefanie
Urbach zur Wahl als Aufsichtsrätin stellen. Der
Aufsichtsrat sucht und ruft nach weiteren Kandidatinnen. Wir sollten auch mindestens eine stellvertretende Aufsichtsrätin wählen als Vorsorge
für Notfälle.
Personelle Veränderungen in der Zusammensetzung des Vorstands der Genossenschaft
haben sich im Geschäftsjahr 2014 ergeben. Isabel
Lott wurde am 6. 10. 2014 als Nachfolgerin für die
ausscheidende Ulrike Herrmann gewählt, und
am 29. 4. 2015 wurde Tania Martini turnusgemäß
wiedergewählt. Der Aufsichtsrat bedankt sich bei
den Mitgliedern des Vorstands für die lange
Jahre geleistete Arbeit.
Der Aufsichtsrat dankt sämtlichen Mitarbeitenden am Projekt taz für ihr hohes Engagement im Sinne der taz-Idee und bittet genau um
dieses auch für die Zukunft.
Der Aufsichtsrat: Astrid Prange de Oliveira, Johannes
Rauschenberger, Hermann-Josef Tenhagen
Berlin, den 20. Juli 2015
viel zu berichten und den LeserInnen näher zu
bringen.
Seither hat der Blog – inzwischen wurden
darin über 1.350 Beiträge veröffentlicht – diverse
Entwicklungen durchlebt und aus dem virtuellen taz-Tagebuch ist eine intern wie extern vielgelesene Institution geworden. Dabei ist der
Hausblog nicht nur Kommunikationsmittel der
zeitungsverlegenden taz-Verlagsgenossenschaft,
ihrer Geschäftsführung und Werbeabteilung.
Sondern auch wichtiges Zuhause für (selbst-)kritisches Nachdenken der taz-Redaktion über sich
selbst, ihr Handeln und auch über ihre Herausgeberin.
Gepflegt wird der Blog von Mitgliedern des
Verlags und der Redaktion, derzeit vornehmlich
von Mathias Bröckers und Manuel Schubert.
Manuel Schubert
32
taz Mitgliederinfo Nr. 25
Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers
Wir haben den Jahresabschluss – bestehend aus
Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie
Anhang – unter Einbeziehung der Buchführung
der »taz, die tageszeitung. Verlagsgenossenschaft
eG« für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2014 bis
31. Dezember 2014 geprüft. Die Buchführung
und die Aufstellung des Jahresabschlusses nach
den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften
und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Genossenschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den
Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung abzugeben.
Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung
nach § 53 Abs. 2 GenG in Verbindung mit § 317
HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten
und Verstöße, die sich auf die Darstellung des
durch den Jahresabschluss unter Beachtung der
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung vermittelten Bildes der Vermögens, Finanz- und
Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die
Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über
das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der
Genossenschaft sowie die Erwartungen über
mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der
Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems
sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung und Jahresabschluss überwiegend auf der
Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung
umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die
Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses. Wir sind der Auffassung, dass unsere
Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für
unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei
der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen
der Satzung und vermittelt unter Beachtung der
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein
den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes
Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der
Genossenschaft.
Dresden, 12. Juni 2015
Genossenschaftsverband e.V.
Ulrich
Stecher
Wirtschaftsprüfer
Wirtschaftsprüfer
Machen Sie uns weiter Beine!
Artikel in der taz, die
durch den Recherchefonds finanziell unterstützt wurden, erkennen
Sie an diesem Logo
Wer etwas beschreiben will, sollte es mit eigenen
Augen sehen. Deshalb gibt es seit 2011 den
»Recherchefonds Ausland«, der LeserInnen und
GenossInnen die Möglichkeit gibt, gezielt für Reisen unserer AuslandskorrespondentInnen zu
spenden.
Die rund 50 Fördermitglieder und zahlreichen EinzelspenderInnen haben uns allein im
letzten Jahr 9.000 Euro zur Verfügung gestellt.
Davon finanzierte der Recherchefonds anteilig
sieben Reisen u. a. nach Bangladesch, Uruguay,
Tunesien, Bolivien, auf die Krim und nach Israel.
Auch 2015 haben Sie unseren KorrespondentInnen schon großzügig Beine gemacht: tazAutor Wolf-Dieter Vogel erkundete in Mexiko das
Schicksal der 43 »verschwundenen« StudentInnen. Die USA-Korrespondentin Dorothea Hahn
sah sich mit Fotografin Anja Weber in Detroit
um, wo ganze Viertel zu Geisterstädten geworden
sind. Afrika-Korrespondentin Simone Schlindwein forschte nach dem »schwarzen Gold« im
Kongo, Sebastian Erb fragte nach, was die KubanerInnen von der Annäherung an die USA erwarten, und Knut Henkel berichtete aus Kolumbien.
taz, die tageszeitung. Verlagsgenossenschaft eG
33
Anhang zum Jahresabschluss der taz Genossenschaft
1. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss und
zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
a. Allgemeine Angaben
Die Genossenschaft ist im Sinne von § 267 Abs. 1
HGB klein.
b. Angaben zu Bilanzierungsund Bewertungsmethoden
Der Jahresabschluss der Genossenschaft wurde
auf der Grundlage der Bilanzierungs- und
Bewertungsvorschriften des Handelsgesetzbuches aufgestellt. Im Einzelnen waren dies
folgende Grundsätze und Methoden:
– Entgeltlich erworbene immaterielle Anlagenwerte werden zu Anschaffungskosten angesetzt und sofern sie der Abnutzung unterlagen, um planmäßige Abschreibungen vermindert.
– Die Anzahlungen auf das zu erwerbende
Grundstück und den geplanten Neubau eines
Verlagshauses wurden unter geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau ausgewiesen.
– Forderungen wurden unter Berücksichtigung
aller erkennbaren Risiken bewertet.
– Die sonstigen Rückstellungen wurden für alle
weiteren ungewissen Verbindlichkeiten gebildet. Dabei wurden alle erkennbaren Risiken
berücksichtigt.
– Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.
c. Angaben zu einzelnen Bilanzpositionen
ca) sonstige Ausleihungen
Die Gesellschaft hat drei langfristige Darlehen
vergeben:
– An die taz Entwicklungs GmbH & Co.
Medien KG wurde mit Vertrag vom 30. 6. 2008
ein jetzt mit 5,5 % verzinsliches Annuitätendarlehen in Höhe von 630.000 € vergeben. Es
wird ab Juli 2009 getilgt, hat eine Laufzeit bis
Juni 2019 und valutiert zum 31. 12. 2014 mit
326.405,56 €.
– An die contrapress Satz und Druck GmbH &
Co. Neue KG wurde mit Vertrag vom
30. 8. 2008 ein mit 4 % verzinsliches Annuitätendarlehen in Höhe von 1.400.000 € vergeben. Es wurde mit Vertrag vom 30. 7. 2009 um
251.901,92 € erhöht.Es wird seit Oktober 2008
in monatlichen Raten getilgt und valutiert
zum 31. 12. 2014 mit 1.273.568,85 €. Die Laufzeit
endet im September 2028. Das Darlehen ist in
voller Höhe durch eine Grundschuld auf dem
Grundstück der Darlehensnehmerin abgesichert.
Mit Vertrag vom 30. April 2014 wurde ein weiteres mit 2 % verzinsliches Annuitätendarlehen in Höhe von 1.000.000 € an die oben
genannte Gesellschaft vergeben. Es ist ein
Jahr tilgungsfrei und wird ab dem 1. 5. 2015 in
monatlichen Raten von 11.280,87 € getilgt. Die
Laufzeit endet im April 2023.
Wir alle sagen: Danke für Ihre Unterstützung!
Bitte helfen Sie uns weiter! Damit die tazAuslandsberichterstattung so vielseitig bleiben
kann, braucht der Fonds weitere Fördermitglieder und Einzelspenden. Jeder noch so kleine
Betrag ist willkommen.
Bernd Pickert und Gaby Coldewey
Spendenkonto: Recherchefonds Ausland e. V.
IBAN DE 43 1005 0000 6604 1070 25
BIC BELADEBEXXX
Übrigens: Unter www.taz.
de/auslandsrecherche finden Sie alle seit 2011 vom
Auslandsrecherchefonds
geförderten Artikel und
Videos
taz Mitgliederinfo Nr. 25
cb) Forderungen an verbundene Unternehmen
Die Forderungen an verbundene Unternehmen
betreffen die contrapress Satz und Druck
GmbH & Co. Neue KG, die taz Entwicklungs
GmbH & Co. Medien KG sowie die contrapress
media GmbH.
cc) Verlustvortrag
Laut Beschluss der Generalversammlung vom
16. 9. 2006 wurden die gekündigten Genossenschaftsanteile nur noch insoweit an die GenossInnen ausbezahlt, als sie tatsächlich unter
Berücksichtigung von Bilanzverlusten werthaltig
sind. Dies entsprach zum 31. 12. 2013 76,3 % des
jeweiligen Nominalbetrags. Daraus resultiert
bezogen auf alle in 2014 geleisteten Auszahlungen ein Betrag von 24.853,69 €, der mit dem Verlustvortrag zum 1. 1. 2014 verrechnet wurde.
cd) Stille Beteiligungen
Als wesentlichen Finanzierungsbestandteil des
geplanten Verlagshauses wurden im Herbst 2014
stille Beteiligungen in Höhe von 6.833.500 € ausschließlich von GenossInnen eingeworben. Sie
haben bei einer Mindestlaufzeit von 5 Jahren
eine Mindestverzinsung von 2 % und bei einer
Mindestlaufzeit von 10 Jahren eine von 2,5 %. Die
stillen Gesellschafter nehmen quotal am Gewinn
der Gesellschaft teil. Sie nehmen jedoch nicht am
laufenden Verlust teil. Deshalb werden die stillen
Beteiligungen gesondert unter der Bilanzposition »Verbindlichkeiten« ausgewiesen.
ce) Verbindlichkeiten an
verbundene Unternehmen
Die Verbindlichkeiten gegen verbundene Unternehmen betreffen im Wesentlichen Verbindlichkeiten gegenüber der TAZ Verlags- und Vertriebsgesellschaft mbH (TAZ Verlag) aus der Umsatzsteuer. Die Genossenschaft ist Organträgerin im
Das taz-Genossenschaftsteam
Anja Weber
34
Konstantin Bassin, Jana Renner, Berit Lusebrink,
Konny Gellenbeck, Irene Scheda und Wolfgang
Fischer (von links) stehen Ihnen von Montag bis
Donnerstag von 9 bis 17 Uhr und am Freitag
von 9 bis 16 Uhr zur Verfügung.
Sie erreichen uns
per Post: taz, die tageszeitung – Genossenschaft,
Rudi-Dutschke-Str. 23, 10969 Berlin
per Telefon: (030) 25902 - 213
per Fax: (030) 25902 - 516
per E-Mail: [email protected]
im Internet: www.taz.de/genossenschaft
taz, die tageszeitung. Verlagsgenossenschaft eG
Sinne des Umsatzsteuergesetzes für den TAZ Verlag und die contrapress media GmbH.
2. Sonstige Pflichtangaben
a) Angaben über Unternehmensbeziehungen
An den nachfolgend aufgeführten Unternehmen
besteht ein Anteilsbesitz von mindestens 20 %
aller Anteile:
Name des Unternehmens:
Sitz des Unternehmens:
Höhe des Anteils:
Letztes Jahresergebnis:
Eigenkapital:
Name des Unternehmens:
Sitz des Unternehmens:
Höhe des Anteils:
Letztes Jahresergebnis:
Eigenkapital:
Name des Unternehmens:
Sitz des Unternehmens
Höhe des Anteils
Letztes Jahresergebnis
Eigenkapital
Name des Unternehmens
Sitz des Unternehmens
Höhe des Anteils
Letztes Jahresergebnis
Eigenkapital
Name des Unternehmens:
Sitz des Unternehmens:
Höhe des Anteils:
Letztes Jahresergebnis:
Eigenkapital:
TAZ Verlags- und Vertriebsgesellschaft mbH
Berlin
2.998.950 € von 3.000.000 €
208.412,05 €
1.433.404,46 €
contrapress media GmbH
Berlin
100 %
4.168,54 €
128.743,78 €
taz Entwicklungs-GmbH
Berlin
100 %
– 391,81 €
23.074,18 €
taz Treuhand- und
Verwaltungs-GmbH
Berlin
100 %
– 255,85 €
23.243,35 €
contrapress Satz und Druck
GmbH und Co. Neue KG
Berlin
410.055,46 von 750.064,46 €
53.645,81 €
90.233,84 €
In diesem Eigenkapital sind Sonderabschreibungen nach
§ 14 BerlinFG in Höhe von 781.878,00 € enthalten.
b) Mitzugehörigkeit zu mehreren
Bilanzpositionen
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen gegenüber der contrapress Satz und Druck
GmbH & Co. Neue KG bestehen ausschließlich
aus sonstigen Forderungen.
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen bestehen im Wesentlichen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber der taz Entwicklungs GmbH & Co. Medien
KG.
Die Forderung gegen verbundene Unternehmen an die contrapress media GmbH resultiert aus sonstigen Verbindlichkeiten im Rahmen
der bestehenden Umsatzsteuerorganschaft aus
35
sonstigen Forderungen und aus Leistungen für
die Holdingtätigkeit.
Die Verbindlichkeit gegen verbundene
Unternehmen gegenüber der TAZ Verlags- und
Vertriebsgesellschaft mbH, Berlin resultiert im
Wesentlichen aus den der GmbH zustehenden
Erstattungen aus Umsatzsteuervorauszahlungen.
c) Angaben zur Mitgliederentwicklung
der Genossenschaft
Anfangsbestand
31. 12. 2013
Zugänge
Abgänge in 2014
Endbestand
Abgänge 31. 12. 2014 /
1. 1. 2015
Anfangsbestand 1. 1. 2015
Anzahl der
Mitglieder
13.438
Anzahl der
Geschäftsanteile
26.148
1.184
141
14.481
80
3.226
299
29.075
153
14.401
28.922
Die Geschäftsguthaben der verbleibenden Mitglieder haben sich im Geschäftsjahr 2014 um
1.501.247,95 € erhöht. Die Höhe des Geschäftsanteils beträgt 500 €.
d) Angaben zum Prüfungsverband
Zuständig ist der Genossenschaftsverband e. V.,
Wilhelm-Haas-Platz, 63263 Neu-Isenburg
e) Angaben zur Geschäftsführung,
Vorstand und Aufsichtsrat
Geschäftsführer
Vorstand
Aufsichtsrat
Andreas Bull
Karl-Heinz Ruch
Andreas Bull
Ulrike Herrmann (bis 6. 10. 2014)
Jörg Kohn
Isabel Lott (ab 6. 10. 2014)
Tania Martini
Karl-Heinz Ruch
Astrid Prange de Oliveira
Johannes Rauschenberger
Hermann-Josef Tenhagen
Die Genossenschaft verfügt über keine eigenen
MitarbeiterInnen. Die Verwaltung wird von der
Tochtergesellschaft TAZ Verlags- und Vertriebsgesellschaft mbH, Berlin durchgeführt.
Die Organe der Gesellschaft erhalten keine
Bezüge, Vorschüsse und Kredite wurden ihnen
nicht gewährt.
Berlin, den 12. Juni 2015
Der Vorstand: Andreas Bull, Jörg Kohn, Isabel Lott,
Tania Martini und Karl-Heinz Ruch
36
taz Mitgliederinfo Nr. 25
Stefanie Urbach
Unsere langjährige Mitstreiterin Astrid Prange
kann ihr Aufsichtsratsmandat für die taz Genossenschaft ab Herbst nicht weiter wahrnehmen.
Deswegen sucht die taz in diesem Herbst eine
neue Aufsichtsrätin und eine Ersatzaufsichtsrätin.
Wir wünschen uns Frauen: Frauen, die eng
mit der taz verbunden sind, persönlich, publizistisch, politisch.
AufsichtsrätInnen werden erst auf der
Generalversammlung der Genossenschaft im
September von den Genossinnen und Genossen
gewählt. Jetzt ist also noch Zeit, zu kandidieren
und der Generalversammlung ausgezeichnete
Alternativen zur Abstimmung zu präsentieren.
Stefanie Urbach, unsere bisherige Ersatzaufsichtsrätin, stellt sich in jedem Fall zur Wahl.
Darüber freuen wir uns! Aber damit Sie, liebe
Genossinnen und Genossen, die Wahl haben,
braucht es mehrere Kandidatinnen. Ihnen
obliegt dann die weise Entscheidung.
Für den Aufsichtsrat: Hermann-Josef Tenhagen
Stefanie Urbach,
Kandidatur Aufsichtsrätin
Astrid Prange de Oliveira,
Kandidatur stellvertretende Aufsichtsrätin
Liebe Genossinnen und Genossen,
1979, als die taz gegründet wurde, wollte
ich entweder Mumienforscherin oder SOSKinderdorfmutter werden. Früh schon hatte ich
eine ausgeprägte Begeisterung für Vergangenes
und Zukünftiges.
Mein Interesse an der taz ist nun zwar kein
archäologisches. Dazu ist die taz dank ewiger
Erneuerung viel zu jung und überhaupt unsterblich. Es ist das Einzigartige der taz, das mir
gefällt. Dieser Mix aus publizistischer Aufklärung und digitaler Revolution, aus lustvoller
Dekonstruktion des Alten und bodenständigem
Häuslebau.
Aber es kann nicht schaden, zu wissen,
wofür sich tazlerInnen schon bald vier Jahrzehnte lang engagieren und sich selbst ausgebeutet haben. Zehn Jahre gehörte ich dazu, war für
steigende Abokurven zuständig. Inzwischen bin
ich selbstständige Unternehmerin und seit fünf
Jahren Ersatzaufsichtsrätin. In den Quartalssitzungen verleibe ich mir Strategiepapiere,
Bilanzen, Abozahlen und den selbst gebackenen
Kuchen des Controllers ein. Bis auf den Kuchen
muss der Aufsichtsrat alles kritisch, aber wohlwollend hinterfragen, um den Erfolg der taz zu
sichern. Und darum möchte ich jetzt, mit 44,
ehrenamtliche Aufsichtsrätin der taz werden.
Stefanie Urbach
Leider muss ich aus familiären Gründen vorzeitig vom Amt als Aufsichtsrätin zurücktreten. Ich
fühle mich der taz aber weiterhin verbunden
und kandiere deshalb als stellvertretendes Mitglied des Aufsichtsrats.
Auf diese Weise könnte ich bei Ausfall eines
der Aufsichtsratsmitglieder mit meinen Kenntnissen unmittelbar zur Lösung von Problemen
beitragen und die taz weiterhin ehrenamtlich
unterstützen.
Astrid Prange de Oliveira
Anja Weber
Privat
Aufsichtsrätinnen gesucht
Astrid Prange de Oliveira
taz, die tageszeitung. Verlagsgenossenschaft eG
37
Mit wenig Geld viel bewirken – jetzt für Kuba
Historischer Handschlag
in Panama:
Barack Obama (rechts)
und Raúl Castro
EPA/Estudios Revolucion
Das Bild ging um die Welt, und es hat auch uns
gleich elektrisiert. Denn die taz Panter Stiftung
steht für Dialog und Verständigung, und wenn
sich die Präsidenten Kubas und der Vereinigten
Staaten die Hand reichen, dann ist das auch für
den Journalismus in Kuba ein Startzeichen.
Als erstes Projekt dieser Art lädt die taz
Panter Stiftung im September zehn kubanische
JournalistInnen zu einem Workshop nach Berlin
ein. Wir haben neben den Vertretern der Traditionsmedien auch junge Journalisten aus dem
»periodismo emergente« gewinnen können –
also jenen aufstrebenden publizistischen Projekten, die innerhalb des politischen und rechtlichen Rahmens Kubas neue Formen der Medienkommunikation ausprobiert und einführt
haben.
Seit 2013 organisiert die taz Panter Stiftung
mit großem Erfolg diese Workshops.
Etwa 150 JournalistInnen aus Russland, der
Ukraine, der Republik Moldau, Weißrussland,
Georgien, Armenien, Aserbaidschan und Myanmar waren bereits zu Gast in Berlin. Bei diesen
bisher zwölf Workshops ging es darum, Kenntnisse über die Medienlandschaft und die Arbeitsbedingungen von JournalistInnen in Deutschland zu vermitteln, an Menschen aus Ländern,
wo Pressevielfalt und Pressefreiheit bedroht
sind.
taz.panterstiftung
Zuflucht – unser Projekt »Refugium«
Mit dem »Refugium« hat die taz Panter Stiftung
in diesem Jahr auch ein neues Projekt angeschoben. Wir bieten JournalistInnen aus Kriegs- und
Krisengebieten für ein Vierteljahr eine Zuflucht
in Berlin.
Das Auszeit-Stipendium ist ein gemeinsames Projekt mit »Reporter ohne Grenzen«.
Die taz Panter Stiftung ist bei ihren Projekten ja
immer auf die ehrenamtliche Arbeit angewiesen
und kann auch immer auf die großzügige Unterstützung vieler rechnen. Dennoch! Lange haben
wir uns kritisch befragt, ob wir diese Betreuung
Spenden Sie für unsere aktuellen Projekte 2015
Denn Spenden hilft!
Spenden sind steuerlich absetzbar.
AP Photo/Javier Galeano
Spenden Sie online unter www.taz.de/spenden
oder überweisen Sie eine Spende an die
taz Panter Stiftung
IBAN DE97 4306 0967 1103 7159 00
BIC GENODEM1GLS
taz Mitgliederinfo Nr. 25
neues Refugium. Danke an dieser Stelle an alle,
die uns Tipps gegeben haben.
Und mit dem großen Dank an alle, die bisher mit Spenden unsere Projekte ermöglicht
haben, verbindet sich auch gleich eine große
Bitte. Eine Stiftung, die so reich an guten Ideen
ist, braucht kontinuierlich Spenden, um ihre sich
ausweitenden Projekte umzusetzen. Wenn Ihnen
eines unserer Projekte gefällt, denken Sie doch
bitte über eine kleine finanzielle Unterstützung
nach: Jede Spende ist steuerlich absetzbar. Jeder
Euro zählt für uns und stärkt unsere Projekte.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung.
Konny Gellenbeck
Vorstand taz Panter Stiftung
wirklich leisten können. Mit Reporter ohne Grenzen haben wir nun aber einen erfahrenen Kooperationspartner gefunden.
Denn der Bedarf nach einer Auszeit ist
immens, das hat die Resonanz auf unsere Ausschreibung noch einmal eindrücklich unterstrichen: Es haben sich 275 JournalistInnen aus der
ganzen Welt beworben, aus Guatemala und
Pakistan, Simbabwe und Syrien, der Türkei und
der Ukraine. Die erste Einladung ging nun an
eine junge Radiojournalistin aus Burundi. Sie
wird für drei Monate nach Berlin kommen.
Ein Anfrage unter den Berliner GenossInnen war uns zudem eine große Hilfe bei der
Suche nach einer geeigneten Wohnung für unser
Projekte der taz Panter Stiftung 2015
Michael Sontheimer und Günter Wallraff als Gäste beim
Mittwochsclub
Die taz Panter Stiftung finanziert folgende Projekte:
– zwei NGO-Workshops
– drei taz Panter Workshops für junge Menschen,
die sich für Journalismus interessieren
– ein Volontariat
– einen monatlichen Mittwochsclub
– einen Myanmar-Workshop
– einen Armenien/Türkei-Workshop
– zwei Osteuropa-Workshops
– den taz Panter Preis
– einen Kuba-Workshop
– taz Refugium
Die internationalen Projekte der Stiftung finden in
Kooperation mit dem Auswärtigen Amt, der ZeitStiftung, der Marion Dönhoff Stiftung, dem German
Marshall Fund und Reporter ohne Grenzen statt.
Spenden Sie für die taz Panter Stiftung
Kein Beitrag ist zu klein, jede Spende hilft bei der
Realisierung der Projekte.Sie können online
spenden unter www.taz.de/spenden
Oder Sie überweisen eine Spende an die
taz Panter Stiftung
IBAN DE97 4306 0967 1103 7159 00
BIC GENODEM1GLS
Spenden sind steuerlich absetzbar.
Anja Weber
Philipp Reiss
38
Svenja Bednarczyk und Saskia Hödl, die Volontärinnen
der Stiftung
Haben Sie Fragen oder Anregungen zur Stiftung?
Sie erreichen das Stiftungsteam unter
Telefon (030) 25902-213 oder schicken Sie eine
E-Mail an [email protected]
Weitere Informationen zur Stiftung finden Sie unter
www.taz.de/stiftung
taz, die tageszeitung. Verlagsgenossenschaft eG
Ein Preis für solidarisches Handeln
Solidarität kann eine Methode sein. Solidarität
ist aber auch zupackendes Handeln genau dort,
wo es wichtig ist. Mit dem taz Panter Preis versuchen wir seit mehr als zehn Jahren, den Scheinwerfer auf Menschen zu richten, die genau das
vormachen: sich selbstlos und mutig für andere
und die Gesellschaft einsetzen. Bei unserer
Suche konnten wir auch in diesem Jahr wieder
auf Ihre Vorschläge zählen, wofür wir uns ganz
herzlich bedanken möchten.
Unsere taz-interne Vorjury hat aus den insgesamt über 200 Vorschlägen sechs besonders
unterstützenswerte KandidatInnen ausgewählt –
unsere Nominierten 2015.
Diese haben wir Ihnen in der taz.am
wochenende vorgestellt und auf den folgenden
Seiten noch mal im Überblick zusammengestellt.
Unter www.taz.de/panter können Sie außerdem
alle Porträts nachlesen und bis zum 6. September
darüber abstimmen, wer den taz Panter Preis
2015 bekommen soll.
Neben dem Panter Preis der taz-Leserinnen
und -Leser wird, wie jedes Jahr, ein zweiter Preis
von einer prominent besetzen Jury vergeben. Für
diese Aufgabe konnten wir Adrienne Goehler aus
dem Kuratorium der taz Panter Stiftung, die
Schriftstellerin und Journalistin Mely Kiyak, den
Direktor von »Futurzwei – Stiftung Zukunftsfähigkeit« und Professor für Transformations-
39
taz.panterpreis 2015
design Harald Welzer, unseren scheidenenden
Chefredakteur Andreas Rüttenauer sowie tazAuslandsredakteur Bernd Pickert gewinnen.
Die Verleihung der jeweils mit 5.000 Euro
dotierten Preise wird am 19. September im
Anschluss an die Genossenschaftsversammlung
unter der Schirmherrschaft der taz Panter Stiftung im Deutschen Theater Berlin stattfinden.
Durch den Abend führen taz-Redakteurin Doris
Akrap und der Publizist und Kabarettist Martin
Stankowski. Für die musikalische Untermalung
sorgt die irische Singer-Songwriterin und Wahlberlinerin Wallis Bird mit ihrem außergewöhnlichen Gitarrenspiel.
Kommen Sie mit ins Deutsche Theater. Sie
können wie immer nach eigenem Vermögen zwischen drei Eintrittspreisen wählen: 20, 10 oder
null Euro. Auch hier zählt das solidarische Prinzip der taz, denn mit jedem Euro unterstützen Sie
auch unsere HeldInnen des Wandels.
Jakob Werlitz
Abstimmung im Internet: www.taz.de/panter
Per Fax: (0 30) 25 90 21 50;
per Postkarte an die taz, Panter Preis 2015,
Rudi-Dutschke-Str. 23, 10969 Berlin.
Einsendeschluss ist Sonntag, der 6. September.
Auf der Internetseite erhalten Sie mehr Informationen zum taz Panter Preis und den Nominierten.
Wir danken den Sponsoren für die Unterstützung der Preisverleihung:
Sri Lanka-Biorestaurant
www.suriya-kanthi.de
Kartenbestellungen
für die Panter-PreisVerleihung richten Sie
bitte mit dem beigefügten Formular an die
Genossenschaft.
40
taz Mitgliederinfo Nr. 25
Die nominierten Panter-Preis-KandidatInnen 2015
Die Bürgerinitiative IG WerkFAIRträge kämpft für
faire Lebens- und Arbeitsbedingungen von WerkvertragsarbeiterInnen in Rheda-Wiedenbrück
und Umgebung.
Als Inge Bultschnieder in einem Krankenhauszimmer die Fremdarbeiterin Katya kennenlernt, beschließt sie, gegen die Ausbeutung in
dem nahegelegenen Fleischverarbeitungsbetrieb
Tönnies vorzugehen. 2013 gründet sie zusammen
mit der Ärztin Almut Storck die IG. Gemeinsam
versuchen sie mit viel Ausdauer gegen den Widerstand des Großbetriebs und seiner Subunternehmer die untragbaren Arbeitsbedingungen, die
niedrige Entlohnung sowie die schlechte Wohnsituation der ArbeiterInnen öffentlich zu machen –
teils unter Inkaufnahme persönlicher Risiken.
Behshid Najafi ist Mitgründerin des Vereins
agisra e. V., mit dem sie sich seit 22 Jahren für die
Interessen und Rechte von Migrantinnen einsetzt.
Die gebürtige Iranerin war bereits in ihrer
Heimat in verschiedenen Organisationen politisch aktiv, bevor sie Ende der 1980er nach
Deutschland emigrierte. Seitdem setzt sie sich
für die Belange von Flüchtlingsfrauen ein. Diese
sind insbesondere benachteiligt, weil jeweils
Sexismus, Rassismus und wirtschaftliche Unterdrückung ineinander wirken. Zusammen mit
ihren Mitstreiterinnen bietet sie kostenlose psychosoziale Beratung, Begleitung und Therapie
an. Außerdem kämpft sie für eine bessere Vernetzung der Vereine und gesetzliche Reformen.
Anja Weber
Anja Weber
Anja Weber
Die Gruppe Mensch ist Mensch e. V. bietet niederschwellige Hilfe für Menschen an, die Probleme
mit Ämtern haben.
Der gemeinnützige Verein wurde im Sommer 2014 von Frank Knott und einem Team von
Ehrenamtlichen gegründet. Obwohl die Tür des
kleinen Büros in Duisburg-Hochfeld grundsätzlich für jeden und jede offen steht, sind es standortbedingt hauptsächlich Roma, die dort Hilfe
suchen. Die MitarbeiterInnen begleiten sie zu
Behörden, zur Bank oder zum Arzt, füllen mit
ihnen Formulare und Anträge aus oder gehen
gegen deren teilweise rassistische Vermieter vor.
Auch kostenlose Rechtsberatung und Übersetzungsarbeiten werden hier angeboten. Wöchentlich kommt der Verein so auf bis zu 200 Fälle.
Anja Weber
41
Lisa Schönfeld gibt Flüchtlingen im Braunschweiger Boxclub BC 72 e. V. kostenloses Boxtraining.
Nach Erfahrungen in einem Forschungsprojekt in Uganda zur Reintegration ehemaliger
Kindersoldaten mittels Kampfsport beschloss
Lina Schönfeld, die Idee auch in Deutschland mit
Geflüchteten umzusetzen. Die jungen Männer
erhalten durch das Training Struktur im Alltag,
soziale Kontakte und das nötige Selbstbewusstsein im Umgang mit Alltagsrassismus. Außerdem hilft die 27-Jährige ihren Boxern bei Behördenangelegenheiten, Bewerbungen, spricht mit
Institutionen und besucht sie in ihren Unterkünften. Auch einen Fahrdienst organisiert sie.
Zukünftig will sie das Boxtraining gezielter auch
für Flüchtlingsfrauen anbieten.
Anja Weber
taz, die tageszeitung. Verlagsgenossenschaft eG
Durchblick e. V. ist eine Interessengemeinschaft von
und für Menschen mit Psychiatrieerfahrungen.
Der Verein unterstützt in Leipzig Psychiatriebetroffene und deren Angehörige mit verschiedenen Beratungs- und Freizeitangeboten.
Gründerin Rosi Haase und ihre MitstreiterInnen
kritisieren die traditionelle Psychiatrie und setzen sich schon seit der Vorwendezeit für andere
Konzepte ein – auch gegen den Willen des Staatsapparats und über Verbote der DDR hinweg.
Heute bieten sie ausgehend vom Gedanken der
Hilfe zur Selbsthilfe regelmäßige Gruppentreffen, Sozial- und Rechtsberatung, Kunst- und
Kreativ workshops sowie ein Betreutes Wohnen
an. Und auch das Sächsische Psychiatriemuseum
ist ein Projekt des Vereins.
Anja Weber
Die Initiative Watch The Med Alarm Phone betreibt
ein Notrufsystem für Bootsflüchtlinge in Seenot.
Genau ein Jahr nach dem Tod hunderter
Flüchtender vor der Küste Lampedusas gründeten die Aktivisten im Oktober 2014 ihr Alarmtelefon. Rund um die Uhr können in Seenot
Befindliche die in den Transitregionen verbreitete Nummer anrufen. Im Schichtdienst nehmen
die Mitglieder des hundert Leute starken Netzwerks die fast täglich eingehenden Notrufe an,
lokalisieren die Boote und informieren die
Küstenwache sowie weitere Seenotinitiativen.
So wird die Rettung koordiniert, überwacht –
und öffentlich informiert und Druck ausgeübt,
wenn Hilfe ausbleibt. Auch werden die Anrufer
beraten und psychologisch betreut.
42
taz Mitgliederinfo Nr. 25
La diaria sagt »¡Muchas gracias!«
Im Jahr 2012 unterstützte die taz Genossenschaft
mit ihrer Kampagne »Für Pressevielfalt, nicht
nur bei uns« vier Zeitungskooperativen, unter
anderem in Montevideo, Uruguay. La diaria
erhielt 18.000 € und konnte neue journalistische
Produkte entwickeln.
Marcelo Pereira bedankt sich im Namen
seiner KollegInnen für die Unterstützung der
taz-GenossInnen. Er wird bei der Mitgliederversammlung in diesem Jahr in Berlin sein.
Die Internetseite
von »La diaria«:
http://ladiaria.com.uy
Frauke Böger
Marcello Pereira (links) und sein Kollege Damián Osta
Mattos
Herzlichen Dank!
Jeden Tag sind wir der taz dankbar, dass sie uns
im April 2013 geholfen hat, die erste Ausgabe
unserer Monatszeitschrift Lento zu produzieren.
Seit dem Start unserer Zeitung im Jahr 2006
haben wir sehr viel über unsere AbonnentInnen
gelernt, zum Beispiel, dass es LeserInnen für eine
Monatszeitschrift geben würde, nur fehlte uns
das Geld, um dieses Projekt gleich mit der Zeitungsgründung von La diaria zu realisieren. Mit
Ihrer Solidarität hat es nun geklappt. Während
ich dies schreibe, bereitet Lento die 30. Ausgabe
vor. Seit der ersten Ausgabe ist Lento ein Erfolg,
nicht nur in Bezug auf den Verkauf, sondern
auch in der Anerkennung unserer LeserInnen.
All das wäre ohne Ihre Unterstützung nicht möglich gewesen.
Marcelo Pereira
Meinungsredakteur und Projektleiter von La diaria
Frauke Böger
Das monatlich
erscheinende Internetmagazin »Lento«
finden Sie unter
http://lento.uy
¡Muchas gracias!
In la diaria we are very grateful to taz for helping
us to launch our monthly magazine Lento in April
2013. We had learned a lot about our subscribers
since we started with the newspaper in 2006, and
we knew there was a public for the magazine that
we had in mind, but we didn’t have the money
needed to get it going the way we wanted and pay
the first edition. Your solidarity did the trick. When
I write this, Lento is preparing its # 30, and the
magazine has been a success since # 1 in terms of
sales and social recognition. It wouldn’t be so without you.
Marcelo Pereira
Redaktionsraum von La diaria, der Tageszeitung
aus Montevideo in Urugay
taz-Reisen in die Zivilgesellschaft sind ein Angebot für alle, die im Urlaub neben Landschaften,
Architektur und Kultur auch die gesellschaftliche Dynamik im Land näher kennen lernen wollen. Sie reisen in kleinen Gruppen von maximal
16 Personen. Mit unserem Asien-Redakteur können Sie in diesem Winter Vietnam erleben:
Thomas Hartmann
Wasserpuppentheater
Vietnam, mit Sven Hansen,
Asien-Redakteur der taz
Sven Hansen
Saigon – Can Tho – Hoi An – Hue – Hanoi.
11. bis 24. 1. 2016, ab 2.950 € (DZ/HP/inkl. Flug)
Geplant sind u. a. Besuche bei folgenden Projekten
und Personen:
– Diskussion mit Studierenden und Begehung
einer Exportfabrik in Saigon,
– Treffen mit dem »Climate Change Coordination
Büro« in Can Tho sowie Gespräche mit Umweltaktivisten,
– »Reaching Out Handicrafts« (Firma, in der Menschen mit Behinderung hochwertiges Kunsthandwerk produzieren) in Hoi An,
– Besuch eines Dorfentwicklungsprojekts bei Hué,
begleitet vom Exbürgermeister von Hué,
– Ökotourismusprojekt im Phong Nha Ke Bang
Nationalpark,
– »Quang Binh Community Development Center«,
das kommunale Selbstorganisation stärkt,
– Madame Thuy, Gründerin von Frauenhäusern,
gegen häusliche Gewalt und Frauenhandel,
– »Dorf der Freundschaft«, Projekt zur Rehabilitierung von Agent-Orange-Opfern.
Im Gespräch mit Studierenden
Und was sagen TeilnehmerInnen zur Reise?
»Mich haben die Menschen fasziniert. Ich habe mir
Vietnam nicht so bunt vorgestellt. Manchmal war
ich zwar müde nach den Gesprächen, aber auch
beglückt.« U. G., Köln (Januar 2015)
»Ich habe nicht nur begonnen, das Land kennen zu
lernen, sondern auch angefangen, es zu verstehen.«
G. Heckmann, Mannheim (Januar 2013)
Sven Hansen über seine Vietnam-Reise:
»Sozialismus ist, wenn das Land reicher, der Staat
stärker und die Bevölkerung gebildeter ist.« Diese
Definition äußert ein vietnamesischer Diplomat
a. D. im Gespräch mit TeilnehmerInnen der tazReise in Vietnams Zivilgesellschaft. Er sieht drei
Entwicklungen und ein Defizit: »Vietnam wird
zum Industrieland. Vietnam wird zur Marktwirtschaft. Vietnams Nationalversammlung spielt eine
immer stärkere Rolle. Doch die gegenwärtige
Situation entspricht noch nicht den Wünschen der
Bevölkerung.«
Ein Indikator für die Wünsche der Bevölkerung sind Aktivitäten der Zivilgesellschaft. Doch
diese wird im autoritären Einparteienstaat traditionell mit Argwohn betrachtet und streng kontrolliert, aber auch zunehmend eingebunden und
funktionalisiert. So werden soziale Beiträge aus
der Gesellschaft inzwischen sogar ausdrücklich
begrüßt, wenn sie im Rahmen staatlicher Programme etwa für öffentliche Wohlfahrt die
Exzesse des Turbokapitalismus abfedern und so
herrschaftsstabilisierend wirken. Unabhängige
politische Aktivitäten müssen dafür weiter mit
Repression rechnen.
Die bei der Reise besuchten Projekte und
Gruppen verdeutlichen die Möglichkeiten und
Grenzen, die heute mit soziopolitischem Engagement in Vietnam verbunden sind und selbst engagierte Parteikader betreffen. Ebenso beschäftigt
uns der Umgang mit dem Erbe des Vietnamkriegs.
Opfer von Agent Orange berichten uns von ihren
Erfahrungen und geben dem Krieg, der bei uns
eine Generation zum Protest mobilisierte, individuelle vietnamesische Gesichter, wie wir sie weder
aus Hollywood-Filmen noch aus deutschen Schulbüchern kennen.
Die Reise vermittelt realistische Einblicke in
das heutige Vietnam durch Begegnungen mit
engagierten Menschen. Dazu gehören neben dem
Kennenlernen der gesellschaftlichen Widersprüche
selbstverständlich auch Eindrücke von den natürlichen Schönheiten des Landes und seinem großen
kulturellen Erbe.
Rainer Boettge/Sibylle Koch-Grünberg
Reise nach Vietnam
Reiseleiter Sven Hansen,
Asien-Redakteur der taz
Nähere Informationen: Zu allen taz-Reisen
finden Sie die vollständige Ausschreibung mit
Programm, Preisen und
Leistungen und einer
Literaturliste unter www.
taz.de/tazreisen. Gerne
schicken wir Ihnen auch
Ausdrucke der Reiseausschreibungen per Post
zu. Wenden Sie sich an
Thomas Hartmann oder
Gaby Coldewey unter
Tel. (030) 25902 - 117
oder per E-Mail an
[email protected]
44
taz Mitgliederinfo Nr. 25
Gewinn- und Verlustrechnung der Einzelfirmen 1. 1. – 31. 12. 2014
(in Euro)
TAZ eG
1. Umsatzerlöse
Anzeigenerlöse
Erlöse Abo
Erlöse Grosso
Erlöse sonstiger Vertrieb
Sonstige Erlöse
Erlöse Regionalteile
Erlöse technische Herstellung
2. Gesamtleistung
3.
a)
b)
c)
d)
Sonstige betriebliche Erträge
Erträge Abgang Anlagevermögen
Erträge Auflösung Rückstellungen
Erträge Auflösung SOPO
Sonstige Erträge
Sonstige Erlöse USt-frei
Sonstige betriebliche Erträge
Steuererstattungen
Mieteinnahmen
Versicherungsentschädigungen
Erlöse Investzulage
Summe Erträge und Erlöse
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Hilfsstoffe und
bezogene Waren
Agenturen
Druckkosten
Technische Herstellung
Sonstige Aufwendungen
b) Aufwendungen für bezogene
Leistungen
Honorare
Fotohonorare
Texthonorare
Auslagenerstattung
Sonstige Aufwendungen
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter
b) Soziale Abgaben
6. Abschreibungen
a) auf im- und materielle
Vermögensgegenstände des
Anlagevermögens
TAZ Verlag Entwicklungs KG
0,00 1.907.305,33
0,00 18.319.072,77
0,00 1.845.405,54
129.643,33
605.792,94
156.119,45 1.451.148,65
0,00
827.496,55
0,00
885.117,14
285.762,78 25.841.338,92
Neue KG
Media
Treuhand
E GmbH
635.554,24
0,00
0,00
1.029.303,75
1.300.743,70
627.194,71
134.404,98
3.727.201,38
0,00
0,00
0,00
0,00
489.990,36
0,00
2.496.554,96
2.986.545,32
0,00
0,00
0,00
0,00
557.276,35
0,00
0,00
557.276,35
0,00
0,00
0,00
0,00
1.261,00
0,00
0,00
1.261,00
0,00
0,00
0,00
0,00
14.662,50
0,00
0,00
14.662,50
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
8.502,22
36,00
44.491,00
0,00
207,43
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
-4.516,33
57.367,26
0,00
97.936,25
0,00
0,00
150.787,18
0,00
2.236,95
0,00
0,00
0,00
0,00
2.236,95
0,00
4.105,97
0,00
0,00
2.246,40
0,00
6.352,37
0,00
464,96
0,00
0,00
2.992,65
0,00
3.457,61
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
285.762,78 25.992.126,10
3.729.438,33
3.045.926,91
560.941,39
1.261,00
14.662,50
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
233.844,72
3.274.262,79
2.215.554,96
2.298.361,78
8.022.024,25
160,50
144.547,38
330.120,13
12.089,04
486.917,05
0,00
0,00
0,00
204.219,11
204.219,11
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
6.207,19
6.207,19
65.099,02
312.209,86
2.235.235,92
323,99
233.770,02
2.846.638,81
684.713,83
0,00
0,00
0,00
228.000,00
912.713,83
0,00
0,00
0,00
0,00
145.255,89
145.255,89
0,00
0,00
0,00
0,00
58.117,98
58.117,98
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
4.496.664,78
1.073.840,19
1.258.566,86
304.709,59
1.483.224,60
347.409,56
158.954,73
45.180,63
0,00
0,00
14.000,00
0,00
1.850,00
158.278,21
132.082,13
391.109,29
10.906,90
0,00
0,00
taz, die tageszeitung. Verlagsgenossenschaft eG
TAZ eG
7. Sonstige betriebliche
Aufwendungen
a) Ordentliche betriebliche Kosten
aa) Raumkosten
ab) Versicherungen, Beiträge
ac) Reparaturen, Instandhaltung
ad) Fahrzeugkosten
ae) Werbe- und Reisekosten
Werbekosten
Reisekosten
af) Kosten der Warenabgabe
ag) Verschiedene betriebliche Kosten
Porto
Telefon
Büromaterial
Zeitungen, Zeitschriften, Bücher
Steuerberatung
Sonstige Beratung
Kosten Geldverkehr
Sonstige Kosten
45
TAZ Verlag Entwicklungs KG
Neue KG
Media
Treuhand
E GmbH
0,00
12.068,05
0,00
0,00
337.806,12
53.994,44
56.949,72
9.369,76
151.387,41
3.170,99
43.286,77
1.168,35
98.307,50
21.689,19
30.571,78
4.571,57
252.394,21
80,00
2.637,50
0,00
0,00
80,00
0,00
0,00
0,00
80,00
0,00
0,00
267.914,29
2.916,23
0,00
1.700.479,75
240.072,18
6.197.096,17
337.209,59
14.207,52
783,60
1.967,93
2.065,61
0,00
8.844,67
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
34.754,13
0,00
86,36
1.134,53
26.060,40
3.645,00
2.296,27
178.356,23
246.332,92
69.745,80
34.918,49
32.323,58
83.825,99
37.027,70
148.412,33
28.758,97
31.533,53
466.546,39
2.927,61
25.435,63
1.432,30
5.219,34
11.431,15
3.525,20
3.267,23
15.096,57
68.335,03
1.559,24
46.303,54
84,40
348,27
13.107,70
0,00
1.235,12
92.032,02
154.670,29
0,00
1.000,00
1.000,00
0,00
269,25
3.114,80
383,63
0,00
5.767,68
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
692,50
24,93
500,00
1.217,43
0,00
0,00
0,00
0,00
950,40
0,00
23,91
0,00
974,31
0,00
0,00
0,00
56,00
714,00
0,00
0,00
0,00
0,00
47.472,69
17.123,05
5.263,81
0,00
462,19
0,00
725,42
12.000,00
0,00
0,00
0,00
0,00
8. Erträge aus Beteiligungen
29.327,81
9,36
0,00
0,00
3,12
0,00
0,00
9. Sonstige Zinsen und Erträge
89.886,32
1.047,53
0,00
0,00
82,75
0,00
0,00
10. Zinsen und ähnliche
Aufwendungen
30.352,34
81.890,16
35.745,16
98.857,62
535,00
0,00
0,00
– 162.664,11
186.936,32
– 26.109,36
61.488,78
4.168,54
– 255,85
– 391,81
12. Außerordentliche Erträge
13. Außerordentlicher Aufwand
0,00
0,00
0,00
3.208,04
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
14. Außerordentliches Ergebnis
0,00
– 3.208,04
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
15. Steuern vom Ertrag
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
16. Sonstige Steuern
0,00
-24.683,77
0,00
7.842,97
0,00
0,00
0,00
– 162.664,11
208.412,05
– 26.109,36
53.645,81
4.168,54
– 255,85
– 391,81
b) Verluste aus dem Abgang von
Anlagevermögen
c) Verluste aus Wertminderung
d) Sonstige Aufwendungen
gewöhnlicher Geschäftstätigkeit
11. Ergebnis der Geschäftstätigkeit
17. Jahresergebnis
46
taz Mitgliederinfo Nr. 25
Bilanz der Einzelgesellschaften der Gruppe zum 31. Dezember 2014
(in Euro)
AKTIVA
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen und ähnliche Rechte
2. Geschäfts- oder Firmenwert
3. Einbauten in fremden Grund
4. Ausstehende Einlagen
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, Gebäude
2. Technische Anlagen und
Maschinen
3. Andere Anlagen, BuG
4. Geleistete Anzahlungen und
Anlagen im Bau
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen
Unternehmen
2. Beteiligungen
3. Konsolidierungsausgleichsposten
4. Sonstige Ausleihungen
5. Mietvorauszahlungen
B.
I.
1.
2.
Umlaufvermögen
Vorräte
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
Fertige Erzeugnisse und Waren
II. Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen
2. Forderungen gegen verbundene
Unternehmen
3. Forderungen gegen
Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht
4. Sonstige Vermögensgegenstände
III. Flüssige Mittel
C. Rechnungsabgrenzungsposten
1. Disagio
2. Sonstige
TAZ eG
TAZ Verlag Entwicklungs KG
Neue KG
Media
Treuhand
E GmbH
9.251,00
0,00
0,00
0,00
9.251,00
1.057,00
0,00
0,00
0,00
1.057,00
77.165,00
150.490,00
0,00
0,00
227.655,00
1.134.174,27
0,00
0,00
1.917,35
1.136.091,62
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
3.814.231,15
13.196,00
0,00
0,00
1.995.208,82
316.256,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
503.300,71
199.425,51
0,00
54.525,00
0,00
270.090,94
290.147,28
70.983,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
503.300,71
4.026.852,66
54.525,00
2.871.703,04
70.983,00
0,00
0,00
3.586.829,99
0,00
0,00
0,00
0,00
12.182,82
0,00
0,00
0,00
2.599.974,41
0,00
6.186.804,40
312,00
0,00
61.500,00
0,00
61.812,00
0,00
0,00
16.000,00
0,00
16.000,00
102,26
0,00
10.500,00
0,00
10.602,26
121,60
0,00
2.000,00
0,00
2.121,60
0,00
0,00
0,00
0,00
12.182,82
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
297.545,25
297.545,25
0,00
86.314,46
86.314,46
0,00
4.853,11
4.853,11
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
1.391.647,60
144.951,27
2.709,65
460,22
0,00
0,00
882.257,75
503.372,37
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
608.012,71
0,00
231.706,42
0,00
27.458,37
2.862,73
885.120,48
96.154,64
1.991.174,61
29.591,28
782.555,26
44.941,63
47.651,28
73.396,73
305.563,37
12,26
12,26
49,01
27.507,38
10.591.103,62
2.587.774,44
133.231,82
22.363,46
27.328,25
12.343,79
13.156,80
0,00
0,00
0,00
0,00
29.263,81
29.263,81
0,00
24.576,50
24.576,50
0,00
26.029,84
26.029,84
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
18.175.580,21
8.995.479,77
1.324.858,04
4.119.294,61
405.996,22
24.538,87
40.664,18
taz, die tageszeitung. Verlagsgenossenschaft eG
PASSIVA
A. Eigenkapital
I. Geschäftsguthaben
1. Geschäftsguthaben verbliebener
Mitglieder
2. Geschäftsguthaben
ausscheidender Mitglieder
II.
1.
2.
3.
Rücklagen
Konsolidierungsausgleichsposten
Gesetzliche Rücklage
Andere Ergebnisrücklagen
III. Anteile anderer Gesellschafter
IV. Bilanzgewinn/Bilanzverlust (–)
1. Jahresüberschuss/
Jahresfehlbetrag (–)
2. Gewinn/Verlustvortrag (–)
B. Sonderposten mit Rücklageanteil
C. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen
2. Sonstige Rückstellungen
D. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten
Stille Beteiligungen
2. Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
4. Erhaltene Anzahlungen auf
Bestellungen
5. Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
6. Verbindlichkeiten gegenüber
Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht
7. Sonstige Verbindlichkeiten
TAZ eG
47
TAZ Verlag Entwicklungs KG
Neue KG
Media
Treuhand
E GmbH
14.016.560,30
3.000.000,00
2.932.500,00
750.064,46
153.387,56
25.000,00
25.000,00
245.500,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
14.262.060,30
3.000.000,00
2.932.500,00
750.064,46
153.387,56
25.000,00
25.000,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
1.800.000,00
0,00
1.800.000,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
295.654,71
0,00
0,00
0,00
– 162.664,11
208.412,05
– 26.109,36
53.645,81
4.168,54
– 255,85
– 391,81
– 2.349.655,81 – 1.495.354,43
– 2.375.765,17 – 1.441.708,62
– 28.812,32
– 24.643,78
– 1.500,28
– 1.756,13
– 1.534,01
– 1.925,82
– 3.004.245,41 – 3.575.007,59
– 3.166.909,52 – 3.366.595,54
0,00
0,00
0,00
781.878,00
0,00
0,00
0,00
0,00
27.750,00
27.750,00
0,00
331.360,97
331.360,97
0,00
17.880,00
17.880,00
0,00
27.000,00
27.000,00
0,00
7.058,00
7.058,00
0,00
700,00
700,00
0,00
930,00
930,00
6.833.500,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
19.119,50
0,00
0,00
63.752,01
728.386,98
13.259,09
351.929,54
6.397,02
0,00
0,00
0,00
4.200.884,34
0,00
2.287,59
0,00
0,00
0,00
96.928,44
0,00
7.771,59
870.927,88
243.442,66
595,00
0,00
0,00
455.071,73
386.913,12
2.426.509,83
0,00
0,00
16.660,00
58.498,98
219.179,43
1.846.371,29
7.230.714,34
342.299,41
750.243,21
54.751,22
3.706.406,06
1.235,26
270.194,44
0,00
595,00
0,00
16.660,00
18.175.580,21
8.995.479,77
1.324.858,04
4.119.294,61
405.996,22
24.538,87
40.664,18
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ar
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